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rhetorik.ch aktuell: Ärzte müssen auch medientauglich sein
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www.rhetorik.ch aktuell: (22. Jan, 2009)

Ärzte müssen auch medientauglich sein

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:


Der Horrorsturz des Schweizer Skifahrers Daniel Albrecht, der im Spital in Innsbruck ins künstliche Komma versetzt wurde, führte zu einem immensen Medienwirbel. In solchen Situationen zeigt sich, dass Medienkompetenz nicht in fünf Minuten erworben werden kann. Auch Ärzte müssen für derartige überraschende Auftritte trainiert werden. Die Voten von drei Ärzten der Universitäts-Klinik für Allgemeine und Chirurgische Intensivmedizin zeigen Unterschiede hinsichtlich medienrhetorischer Kompetenz:
Richard Bauer ( Neurochirurg) Norbert Mutz (Leiter der Intensivmedizin) Wolfgang Koller (Stellvertretender Direktor)
Richard Bauer konnte mit der Visualisierung des Hirndruckmessers punkten. Die Erläuterung, wie die Sonde mit dem Drucksensor eingesetzt wird, war verständlich. Leider wurden dabei zu viele unnötige Fremdwörter verwertet. Das Fernsehpublikum kennt den Jargon nicht. Bei Medienauftritten muss ein Artz wie bei einer Party einem Nichtmediziner einen komplizierten Sachverhalt erläutern können, ohne die Aussage zu verfälschen. Norbert Mutz könnte bei einem Debriefing sehen, dass nicht nur der Inhalt, sondern auch an der Art und Weise des Sprechens gefeilt werden könnte. Die Rhythmusstörungen beim Sprechen störten. Herr Mutz könnte auch Aussagen wie "... Möglichkeiten durchaus ein bisschen optimistisch zu sein ohne dies verschreien zu müssen" vereinfachen und konkretisieren. Herr Mutz hat aber inhaltlich fehlerlos argumentierte und konnte seine Botschaften gut platzieren. Wolfgang Koller überzeugte, indem er glaubwürdig, ruhig und verständlich den Sachverhalt des künstlichen Kommas erklären konnte Er verstieg sich nicht in Vermutungen, sondern hielt sich an Fakten. Die Gedanken war dank Pausentechnik gut portioniert. Gestik, Stimme und Inhalt stimmten überein. Die Analogie mit dem Lichtschalter war ein guter Verständlichkeitshelfer.


Ausschnitt aus der Sendung vom ORF 2, vom Freitag 23.Januar 2009, 1705 Uhr "Heute in Österreich". Die Moderatorin war Katharina Kramer.
In diesem Interview gibt Wolfgang Koller nur bekannt, in welchem Zustand sich der Skifahrer befindet: Er sei im stabilen Zustand und befinde sich in einer Behandlungskette. Koller erkennt, dass die Journalistin eine Prognose wünscht und eine Antwort zur Gefährlichkeit der Verletzung entlocken möchte. Eine Beantwortung dieser Frage wäre ein Fehler gewesen. In Krisensituationen ist es wichtig, keine Vermutungen zu kommunizieren. Herr Koller erkannte die Gefahr der vorschnellen Prognose und wies ruhig darauf hin, dass in der jetzigen Situation noch mit allen Möglichkeiten zu rechnen sei. Man müsse warten. Für das Publikum ist in diesem Interview die Klärung der Begriffe "Unmittelbare und mittelbare Lebensgefahr" hilfreich. Wir erfahren, dass jeder Patient auf der Intensivstation sich in einer mittelbaren Lebensgefahr befindet und Komplikationen immer möglich sind.
In Medienseminaren übt man in erster Linie Interviews mit einem Partner. In diesem Interview sprach der Befragte bei nur mit einer Kamera. Solche Situationen sind anspruchsvoller und können in Krisensituationen und internationalen Verbindungen vorkommen. Sie müssten zusätzlich geübt werden. Der leitende Arzt auch diese schwierige Situation gut gemeistert, obwohl er weniger Blickkontakt hatte zu einem Partnern. Die Kamera ist anspruchsvoller, weil sie keine Reaktionen zeigt, man hört nur den Ton. Koller meisterte auch dieses Interview trotz reduziertem Blickkontakt souverän.


Tagesanzeiger online:

Albrecht noch Tage im Tiefschlaf - Ärzte verhalten optimistisch: Noch gibt es keinen neuen Bescheid über den Gesundheitszustand von Daniel Albrecht. Der Walliser wird nach seinem Horrorsturz am Donnerstag weiterhin im künstlichen Tiefschlaf gehalten. An der mit Spannung erwartetet Medienkonferenz in der Universitätsklinik Innsbruck informierten die behandelnden Ärzte am frühen Freitag abend über den Zustand des Kombinations-Weltmeisters. Norbert Mutz, der Leiter der Intensivstation, gab sich nach den traumatologischen und neurochirurgischen Untersuchungen vorsichtig optimistisch. Er sagte: "Daniel Albrecht befindet sich weiter im künstlichen Tiefschlag. Der Kreislauf ist stabil geblieben. Es gibt zur Zeit keinen Grund, besonders besorgt zu sein." Mutz wies aber darauf hin, dass es sich bei seiner Einschätzung um eine Momentaufnahme handle. Eine Vorhersage für die weiteren Tage zu treffen, sei schwierig. Ebenfalls könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, ob Daniel Albrecht bleibende Schäden davon tragen werde. Wann wird Albrecht aus dem künstlichen Tiefschlaf geholt? Mutz: "Der künstliche Tiefschlaf dient dazu, die Organe zu stabilisieren. Wir werden Daniel Albrecht weiter genau beobachten und dann die notwendigen Massnahmen treffen." Langsam und schrittweise wird die Tiefschlafphase reduziert. Es handelt sich dabei jedoch um Tage und nicht um Stunden. Es ist noch immer offen, wann er wieder aufgeweckt wird. Die Ärzte gaben ausserdem bekannt, dass Albrecht "definitiv keine schwerwiegenden Knochenbrüche" haben. Und vor allem hat Albrecht keine Wirbelverletzungen. Die Chancen auf eine vollständige Genesung stünden gut. Im Weiteren betonten die Mediziner in Innsbruck, dass es ihnen helfe, dass Albrecht Spitzensportler sei und über sehr gute physische Voraussetzungen verfüge. Der 25-jährige Walliser Albrecht war im Abschlusstraining am Donnerstagmittag schwer gestürzt. Mit Tempo 140 war er nach dem Zielsprung in Rücklage geraten. Eine erste Diagnose ergab ein Schädel-/Gehirntrauma. Er wurde nach kurzem Erwachen am Donnerstagmittag in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt. Am Freitagmorgen hatte der Schweizer Teamarzt Dr. Jacques Menetrey bekannt gegeben, dass Daniel Albrecht "eine gute Nacht" verbrachte.


Nachtrag vom 23. Januar 2009: Zustandsbericht Medienmitteilung.


Nachtrag vom 24. Januar 2009: Tagi vom 24. Januar, 2009




Nachtrag vom 25. Januar 2009: Interview von Koller im Sportpanorama des Schweizer Fernsehen. In diesem Interview wird bekannt, dass es in Albrechts Lunge kleine Blutungen gibt. Der Arzt schildert detailliert, wo diese kleinen Blutungen sind, dass sie doch ernst genommen werden müssen und der Patient im künstlichen Tiefschlag gehalten werden muss, bis das Problem mit den Lungenblutungen gelöst ist. Koller informiert über den Zusammenhang Gehirn- Lunge. Es leuchtet ein, weshalb man zur Zeit nicht operieren kann und ruhig zuwarten muss. Auch dieser Medienauftritt eines Medizinerss darf als vorbildlich bezeichnet werden: Alle Bedingungen sind erfüllt, die Medienaussagen sind verständlich gemacht worden. Die Struktur stimmt. Es wir prägnant und mit Details informiert.


Nachtrag vom 26. Januar, 2009: Nachblutungen in den Lungenunterlappen. Tagesanzeiger vom 26. Januar, 2009.




Nachtrag vom 28. Januar 2009: Der künstliche Tiefschlaf von Daniel Albrecht wird in den Medien weiter thematisiert.



Im Notfall hindern Ärzte das Gehirn am Arbeiten 28.01.2009 Ein künstliches Koma, wie beim Skirennfahrer Daniel Albrecht, soll den Teufelskreis unterbrechen, der zu schweren Hirnschäden führen kann. Nach seinem Horrorsturz wurde Albrecht ins künstliche Koma versetzt - um mögliche Hirnschäden zu verhindern. Nach seinem Horrorsturz wurde Albrecht ins künstliche Koma versetzt - um mögliche Hirnschäden zu verhindern. (Bild: Keystone) "Die meisten beatmeten und im Tiefschlaf gehaltenen Patienten haben nach spätestens einer Woche eine Lungenentzündung", sagt der Intensivmediziner Hans Pargger vom Basler Universitätsspital. Durch das Liegen werden nicht alle Lungenabschnitte gut belüftet, die Schlafmedikamente verhindern das Husten und Sekret sammelt sich an - ein guter Nährboden für Keime. Blutungen in die Lunge, wie Daniel Albrecht sie erlitten hat, erhöhen das Risiko für Lungenentzündungen noch. Die Frage sei immer, welche Keime auf der jeweiligen Intensivstation vorherrschen, und wie resistent sie gegenüber den Antibiotika seien, führt Pargger aus. Im Fall des Skirennfahrers sei der Keim identifiziert. Er würde gut auf die Behandlung ansprechen, gab Swiss-Ski gestern bekannt. Heute will der Skiverband neue Informationen zum Gesundheitszustand des 25-Jährigen liefern. Bei Albrecht ist jetzt die Lunge das Hauptproblem. Deshalb setzen die Ärzte in Innsbruck die Beatmung und das künstliche Koma fort, das sie unter anderem begonnen hatten, um sein Hirn zu schützen. Zu viel Nachfrage, zu wenig Angebot "Nach einem Schädel-Hirn-Trauma herrscht im Hirn ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffnachfrage und -angebot", erläutert Bruno Regli, stellvertretender Chefarzt für Intensivmedizin am Berner Inselspital. Das Ziel der Intensivmediziner ist deshalb, "den Sauerstoffverbrauch des Hirns tief zu halten". Gefährlich seien nicht nur Hirnprellungen und -blutungen, die direkt vom Unfall herrührten. Gefürchtet bei den Intensivärzten sind auch die so genannten sekundären Schäden. "Bei über der Hälfte der Patienten sieht man 24 Stunden nach dem Unfall im Computertomogramm mehr Schäden am Hirn als zu Beginn", sagt Reto Stocker, Abteilungsleiter der Chirurgischen Intensivmedizin am Zürcher Universitätsspital. Bei einer Hirnverletzung kommt ein Teufelskreis in Gang: Zuerst gehen Zellen kaputt und zerfallen. Dabei werden verschiedene Substanzen freigesetzt. Diese erhöhte Konzentration an Stoffen im geschädigten Areal zieht rasch Wasser aus der Umgebung an. Zudem werden die feinen Kapillargefässe undicht. Der Bereich schwillt an. Da das Hirn unter den Schädelknochen "gefangen" ist, kann es nicht ausweichen, der Hirndruck steigt und Blutgefässe werden abgedrückt. Deshalb sinkt die Durchblutung und mit ihr die lebenswichtige Sauerstoffversorgung der Zellen. Das wiederum führt zu weiteren Zelluntergängen. Weil ein arbeitendes Gehirn mehr Sauerstoff braucht, sollen Medikamente und Kühlmatten die Hirnfunktionen drosseln. "Notfalls machen wir das bis zur totalen Stilllegung der Hirnkurven im EEG. Dafür braucht man aber hohe Medikamentendosen", legt Hans Pargger dar. Zum Einsatz kommen dabei Mittel, wie sie auch bei Allgemeinanästhesien für Operationen verwendet werden: dem Valium verwandte Beruhigungsmedikamente und andere starke Schlafmittel, darunter auch Morphin-ähnliche Wirkstoffe sowie Thiopental. "Damit lässt sich der Sauerstoffverbrauch im Hirn um die Hälfte reduzieren", sagt Reto Stocker. Auf 32 Grad kühlen Genügt dies nicht, wird der Patient auf eine Temperatur von 32 bis 34 Grad Celsius gekühlt. Pro Grad Kühlung sinkt die Stoffwechselrate um etwa sieben Prozent. Auch nach einem Herzstillstand mit Wiederbelebung verbessert sich die Prognose, wenn die Betroffenen ein bis zwei Tage gekühlt werden. Muskelerschlaffende Medikamente unterbinden dabei das Muskelzittern, das sonst bei solch tiefen Temperaturen auftreten würde. Der Nachteil dieses Verfahrens: Die Kühlung erhöht das Risiko für eine Lungenentzündung. Die Patienten bekämen nicht mit, was mit ihnen passiere, sagt Pargger, "aber wir wissen nicht sicher, was sich im Unterbewusstsein abspielt." Im Prinzip könnten ansonsten gesunde Menschen wochenlang im Tiefschlaf gehalten werden. Überwacht werden ihre Hirnfunktionen nicht nur mit der Ableitung der Hirnströme. Je nach Fall werden bis zu vier dünne Sonden ins Hirn eingelegt. Sie messen den Hirndruck oder die Hirntemperatur (um zu wissen, wie stark gekühlt werden muss). Stoffwechsel-Sonden verfolgen unter anderem die Konzentration des Energiespenders Glucose sowie der Milchsäure, die bei Sauerstoffmangel ansteigt. Solange der Patient derart anästhesiert ist, sorgen Pflegende, Ärzte und Maschinen dafür, dass er beatmet wird, dass er Flüssigkeit und Nahrung erhält und dass er nicht wund liegt. Ein Risiko beim künstlichen Koma sind gefährliche Embolien durch Blutgerinnsel. Überdies bauen die Patienten rasch Muskeln ab. Nach langer Anästhesie muss der Kranke darum erst wieder die Atemmuskeln trainieren, bevor er vom Beatmungsgerät getrennt wird. Da insbesondere Thiopental im Fettgewebe gespeichert und von dort wieder abgegeben wird, "kann es nach dem Absetzen noch Tage dauern, bis der Patient wieder wach wird", sagt Bruno Regli.


Es liegt nun an den behandelnden Aerzten, die Vor- und Nachteile ihrer Massnahmen verständlich zu erklären. Journalisten werden in den nächsten Tagen neue Fragen stellen, wie: Mit welchen Sekundärschäden muss bei Daniel Albrecht gerechnet werden?


Nachtrag vom 30. Januar 2009:

Gute Nachrichten aus der Uniklinik Innsbruck: Die Lungenblutungen bei Daniel Albrecht sind zum Stillstand gekommen.


Nachtrag vom 6. Februar 2009: Nun informiert der Schweizer Teamarzt Spring:

Professionell, wie die Innsbrucker Kollegen beschreibt Dr. Hans Spring zuerst die Ist-Situation und die Aufwachphase. Auf den Hinweis mit der Ueberführung in die Scheiz hätte ich verzichtet. Immerhin macht der Arzt einen Vorbehalt--> "je nach Situation". Doch lohnt es sich immer - in "Krisensituationen" - nie Prognosen zu machen. Dass Albrecht möglicherweise wieder die gleiche Leistungsfähigkeit erlangt wie vor dem Unfall war ebenfalls nicht professionell. Die Oesterreicher Aerzre verzichteten stets auf derartige Mutmassungen und Prognosen. Der "Blick":


"Die verabreichten Schlafmittel werden bei Daniel Albrecht allmählich reduziert und die eigene Atmung sukzessive aktiviert", beschreibt der Schweizer Teamarzt Dr. Hans Spring den Prozess der Aufwachphase. Diese wird begleitet von neuropsychologischen Tests, wobei es vor allem um die Merk- und Kommunikationsfähigkeit sowie die Konzentration gehe. Daniel Albrecht gehe es gut, doch liesse sich eine genaue Prognose über die Entwicklung noch nicht stellen. Falls Defizite festgestellt würden, könne das durchaus Monate dauern, erklärte Spring. Aufgrund von Daniel Albrechts momentaner Verfassung sind die Ärzte zuversichtlich. Je nach Entwicklung und Fortschritten wird mittelfristig eine Überführung in die Schweiz in Erwägung gezogen.


Im "Tagesanzeiger verwendet" Spring die gleiche Analogie mit dem Schalter, wie sie der leitende Arzt W. Koller schon vor Tagen gebraucht hatte und spricht von einem schwarzen Loch, das allmählich mit Informationen gefüllt wird:


"Wie ein schwarzes Loch, das nach und nach mit Informationen gefüllt wird". Nachdem sich beim schwer verunfallten Daniel Albrecht die Probleme im Bereich der Lunge stark gebessert und die Entzündung zurückgebildet hat, ist die Aufwachphase aus dem künstlichen Tiefschlaf eingeleitet worden.

Die Aufwachphase dauert etwa zwei bis drei Tage. Der Schweizer Teamarzt Dr. Hans Spring dementierte an einer Medienkonferenz in Val d'Isère Meldungen, wonach Albrecht am Samstag bereits die WM-Abfahrt anschauen könne, und präzisierte den Prozess des Aufwachens: "Die verabreichten Schlafmittel werden allmählich reduziert und die eigene Atmung sukzessive aktiviert. Das braucht Zeit." Dabei sei darauf zu achten, wie der Körper reagiere, da sich die Muskulatur, auch die Atem-Muskulatur, während der gut zwei Wochen stark zurückgebildet habe. Spring schätzt den Gewichtsverlust, ohne die genauen Daten zu kennen, auf 10 bis 15 Kilo. Es sei gut möglich, dass Albrecht in körperlicher Hinsicht wieder die Leistungsfähigkeit der Zeit vor dem Sturz erreichen könne. "Nicht so, wie wenn man einen Lichtschalter umkippt" Die Aufwachphase wird begleitet von neuropsychologischen Tests, wobei es vor allem um die Merk- und Kommunikationsfähigkeit sowie die Konzentration gehe. Daniel Albrecht gehe es gut, doch liesse sich eine genaue Prognose über die Entwicklung noch nicht stellen. Diese sei abhängig von der körperlichen und psychischen Belastbarkeit: "Die Funktionen kommen nicht so zurück, wie wenn man einen Lichtschalter umkippt." Falls Defizite festgestellt würden, könne das durchaus Monate dauern.


Nachtrag vom 8. Feburar, 2009: Die Klinik orientiert weiter täglich über den Zustand von Daniel Albrecht.:

Gesundheits-Bulletin Tag 17 Dani Albrecht: Flüssigkeit im Brustbereich Daniel Albrechts Lungenentzündung ist am Abklingen, als Begleiterscheinung hat sich in seinem Brustbereich allerdings Flüssigkeit angesammelt, welche von Spezialisten abgesaugt werden konnte. Dani Albrechts Zustand wird von den Ärzten weiterhin als stabil bezeichnet. Das Schädel-Hirn-Trauma verläuft komplikationsfrei, die Lungenentzündung ist inzwischen am Abklingen. Zuletzt ist es aber als Begleiterscheinung der Lungenentzündung zu einer Ansammlung von Flüssigkeit im Brustbereich gekommen. Ein Team von Spezialisten der Universitätsklinik für Thoraxchirurgie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Thomas Schmid hat mittels schonenden, minimal-invasiven Eingriffs diese Flüssigkeit abgesaugt und der Lunge damit weiteren Raum zur Entfaltung gegeben. Der langsame Aufwachprozess wird weiter fortgesetzt. Tag 16, Samstag, 7. Februar 2009 Das tägliche Bulletin aus Österreich lässt hoffen. Das Erholung vom Schädel-Hirn-Trauma verläuft gut und die Lungenentzündung geht immer weiter zurück. Auch nach Beendigung der Bauchlagerung bleiben die wiedereröffneten Areale der Lunge stabil, unterstützt durch Eigenatmung, die das behandelnde Ärzteteam wegen des guten Verlaufs weiter forciert. Der künstliche Tiefschlaf wird jetzt sehr langsam reduziert, wobei alle Reaktionen des Körpers weiter überwacht werden.


Das Spital informiert erneut mustergültig. Nur Fakten werden publiziert. Details über die Flüssigkeit müssen nicht kommentiert werden. Dass Flüssigkeit im Brustbereich abgesaugt werden musste, durfte das Spital nicht verheimlichen. Dass es nach so einem Horrorsturz immer wieder zu Komplikationen kommen kann, ist für Aerzte immer denkbar. Deshalb wäre es unprofessionell, zu prognostizieren, Daniel Albrecht stehe am Tag X wieder auf den Skiern. Die Geschichte ist noch nicht abgeschlossen.


Nachtrag vom 12. Februar: Albrecht ist 3 Wochen nach dem Unfall aus dem künstlichen Tiefschlaf erwacht. Die Ärzte konnten sogar den Beatmungsschlauch entfernen.


Nachtrag vom 13. Februar: Albrecht wird keine bleibenden Hirnschäden behalten und kann in seinem Bett bereits wieder sitzen. Einzig die Lungenfunktion macht Sorgen. Sobald sein Gesundheitszustand es zulässt, keine Risiken mehr bestehen, soll Dani Albrecht zurück in die Schweiz gebracht werden.


Nachtrag vom 29. April, 2009: Daniel Albrecht gibt zum ersten Mal eine Medienkonferenz. 20 Minuten. Er wird schon diese Woche das Inselspital verlassen und dann wieder Rennen fahren.



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