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rhetorik.ch aktuell: Das Krabbenprinzip
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www.rhetorik.ch aktuell: (21. Jun, 2009)

Das Krabbenprinzip

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:


Ich referierte jüngst an einer grösseren Veranstaltung über "Führung", an der auch Regula Ruflin vortrug. Sie erwähnte dabei das Krabbenprinzip:

In einem Korb voller Krabben sorgt die Gruppe dafür, dass jeder Tier, das den Behälter zu verlassen versucht, von den anderen Tieren sofort wieder zurückgerissen wird.


Aufs menschliche Teamverhalten übertragen heisst das natürlich, dass sich ein Individuum, das sich in einer Arbeitsgruppe absetzt oder sich nicht an die Norm hält, meist daran gehindert wird. Bei diesem Phänomen spielt auch der Neidfaktor eine Rolle: wer sich aus der Norm abhebt, muss zurückgebunden werden, damit dieser sich nicht von den andern abheben kann. In der Schule haben jene die sich nicht an die Norm halten, meist Probleme. Wer weiter kommen will als die Norm, muss im Leben bewusst das Risiko auf sich nehmen, von den anderen zurückgebunden zu werden. Wer die Norm verlässt, benötigt eine grosse Dosis "Ich"-Stärke. Vor allem muss er das Krabbenphänomen kennen, damit er in der ersten schwierigen Phase - wenn man ihn hinunterzureissen versucht - nicht sofort klein beigibt. Was zudem hilfreich sein kann: Wer sich auf den Weg nach oben begibt, sollte sich vorher mit einigen anderen Teammitgliedern verbünden, damit der Rand des Gefässes reibungsloser überwunden werden kann.

Ob das Krabbenverhalten lediglich gut erfunden ist oder der Tatsache entspricht, ist nicht wesentlich. Bildhafte Analogie mit dem Tierreich sind schon seit der Antike hilfreich. Aesop schon machte daraus eine Kunst und produzierte seine berühmten lehrreichen Tierfabeln.

Auch viele Managementbücher orientieren sich gerne an der Tierwelt. Manager lieben Geschichten, wie die erbauliche Fabel von den in einen Milchtopf gefallenen Fröschen: Während der eine Frosch bald müde aufgab und ertrank, strampelte der andere die ganze Nacht durch bis die Milch zu Butter wurde und er herausspringen konnte.



Seiwert: Die Bären - Strategie

Kotter: Das Pinguin - Prinzip

Glaschke: Das Frosch-Prinzip

Johnson: Die Mäuse-Strategie

Beyer: Der Ferkel Faktor


Schliesslich gibt es eine ganze Industrie , die sich an Managerparabeln und Motivationspostern lustig macht. Hier sind ein paar Beispiele von "Demotivatoren", die Tieranalogien brauchen:


Ehrgeiz: Ein Tausende von Kilometern langer Weg kann manchmal sehr, sehr schlecht enden.

Anpassung: Wenn Menschen tun können was sie wollen, imitieren sie sich gewöhnlich.

Faulheit:Vögel in Formation brauchen weniger Energie: Schon in der Natur produziert das Team kollektive Faulheit.

Hilflosigkeit: Manchmal bist nicht Du es, der entscheidet.

Gleichgültigkeit: Es braucht 43 Muskeln um die Stirne zu runzeln und nur 17 Muskeln um zu Lächeln. Es braucht jedoch keine Muskeln, einfach nur dumm dreinzuschauen.

Einschüchterung: Niemand kann dich gegen Deinen Willen minderwertig fühlen lassen. Du wärst jedoch ein Idiot, das Deinen Vorgesetzten vorzubehalten.

Später: Mach es später. Der erste Wurm ist für die Vögel.

Teamarbeit: Teamarbeit ist manchmal weniger wichtig als wer im Team dabei ist.

Teamarbeit: Teile den Sieg. Teile die Niederlage.

Elitär: Es ist einsam an der Spitze. Aber es tut gut, nach unten zu schauen und die anderen am Boden zu sehen.

Führer: Mit Führern ist es wie mit Adlern. Es gibt hier beide nicht mehr.

Lob: Falls Du an die Spitze willst, sei bereit, viele Hintern zu küssen.



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