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<title>
 rhetorik.ch aktuell:  &Auml;rzte vor Mikrofon und Kamera </title>
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<body >

<center><table cellpadding=5 border=0 cellspacing=3 width=100%>
<tr><th width=10%><a href="http://www.rhetorik.ch">Rhetorik.ch</a></th>
<th><h3> Knill+Knill Kommunikationsberatung </h3></th>
<th width=10%><a href="http://www.knill.com"> Knill.com</a></th></tr></table></center>
<center><table width=100% bgcolor="#eeeeee" border=0 cellpadding=3 cellspacing=0>
<td align=center><a href="http://www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell.html">Aktuell Artikel</a></td>
<td align=center><a href="http://www.rhetorik.ch/inhalt.html">Artikel Inhaltsverzeichnis</a></td>
<td align=right>Suche in Rhetorik.ch:</td>
<td align=right>

<form class="white" id="search" action="http://www.google.com/cse" id="searchbox_000263664119870185702:a9lwb8wg5l4" title="Google Search">
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</td></tr></table></center>

<h3 class="aktuell"><a href="../../Aktuell.html">www.rhetorik.ch aktuell:</a> (01. Feb, 2009)</h3>
<a href="../../../icons.html"><img src="thumb.jpg" class="icon" align="left"/></a><h2 class="aktuell">&Auml;rzte vor Mikrofon und Kamera</h2>
<center><table width="100%" cellpadding="10"><tr><td>
<b>Rhetorik.ch Artikel zum Thema:</b></td><td>
<div id="links"><ul id="links">
<li><a href="../../09/01_22/index.html"> &Auml;rzte m&uuml;ssen auch medientauglich sein</a></li>
</ul></div></td></tr></table></center>

<br><br><center><table cellpadding="10" width="90%"><tr valign="top"><td>
<img src="rescue.jpg">
</td><td>
<b>Wolfgang Koller</b> ist ein renommierter Spezialist f&uuml;r
Schwerstverletzte mit Mehrfachverletzungen ist am Universit&auml;tsspital 
Innsbruck.  Als behandelnder Arzt von <b>Daniel Albrecht</b> erkl&auml;rte er in 
der NZZ am Sonntag Therapien und Perspektiven des verletzten Skirennfahrers.
Sein Interview ist vorbildlich. Es veranschaulicht, dass es auch f&uuml;r 
&Auml;rzte m&ouml;glich ist, sich mediengerecht auszudr&uuml;cken, ohne
dass sie unbedachte Mutmassungen oder voreilige Prognosen &auml;ussern.
Koller hat bei allen bisherigen Medienauftritten &uuml;berzeugt.
Aus der NZZ am Sonntag vom 1. Februar 2009: 
Der behandelnde Arzt von Daniel Albrecht erkl&auml;rt Therapien und
Perspektiven:
</td></tr></table></center><br><br>


<center><table cellpadding="10" width="90%" bgcolor="#f2f2ff"><tr><td>
<br><b>NZZ am Sonntag:</b> Herr Koller, wie geht es Daniel Albrecht?

<br><b>Wolfgang Koller:</b> Die Verletzungen im Gehirn gehen den normalen Verlauf.
Sie waren in den letzten Tagen definitiv kein Problem. Hingegen hat es mit
der Lunge Komplikationen gegeben: Wir stellten kleine Blutungen fest, dann
kam es rasch zu einer massiven Lungenentz&uuml;ndung, und zuletzt ist die Lunge
im Bereich der Blutungen geschrumpft. Das ist nicht un&uuml;blich und hat
derzeit f&uuml;r uns Priorit&auml;t.

<br><b>NZZ am Sonntag:</b> Muss man von einer Verschlechterung des Gesundheitszustands
reden? 

<br><b>Koller</b>: Das kann man so nicht sagen. In der Summe hat sich am Risiko nichts
ge&auml;ndert. Wir brauchen nach wie vor einen k&uuml;nstlichen Tiefschlaf, aber
nicht so sehr wegen der Gehirnverletzung, sondern wegen der Lunge.

<br><b>NZZ am Sonntag:</b> Weiss man, was Albrecht in diesem Schlaf wahrnimmt?

<br><b>Koller:</b> Wir gehen davon aus, dass in sehr tiefen Phasen des Tiefschlafs keine
Impulse zum Gehirn des Patienten durchdringen. In oberfl&auml;chlicheren
Phasen kann das sehr wohl der Fall sein. Aber genau wissen wir das nicht.

<br><b>NZZ am Sonntag:</b> Man kann also nicht Tr&auml;ume und Emotionen &uuml;ber Gehirnstr&ouml;me
messen?

<br><b>Koller:</b> In dieser Situation geht das nicht. Wir wissen jedoch, dass Patienten
nach dem k&uuml;nstlichen Tiefschlaf praktisch keine Erinnerungen daran haben. Die
meisten erinnern sich an die letzten ein, zwei Tage auf der
Intensivstation. Das ist die Phase, in der die k&uuml;nstliche Beatmung beendet 
und der k&uuml;nstliche Luftweg sicher entfernt ist. Was vorher war, ist nicht pr&auml;sent.

<br><b>NZZ am Sonntag:</b> Auch nicht der Moment des Unfalls?

<br><b>Koller:</b> Manche Skifahrer erinnern sich, dass sie in der Skih&uuml;tte waren - und
dann an nichts mehr. Andere haben noch den Sturz im Kopf. Die Erinnerungsl&uuml;cke
ist typisch f&uuml;r ein Sch&auml;del-Hirn-Trauma . Meist ist es so, dass in der
Rehabilitation gewisse Erinnerungen wieder auftauchen. Das ist wie ein
Mosaik, und welche St&uuml;cke man findet, ist nicht voraussagbar.

<br><b>NZZ am Sonntag:</b> Kann ein langer Tiefschlaf das Gehirn zus&auml;tzlich sch&auml;digen?

<br><b>Koller:</b> Solange man sicherstellt, dass der Kreislauf gut funktioniert und das
Gehirn mit Sauerstoff, Blut und N&auml;hrstoffen versorgt wird, rechnen wir nicht
damit. Aber das ist eine k&uuml;nstliche Situation, die von aussen h&ouml;chst aufwendig
&uuml;berwacht wird. Selbstverst&auml;ndlich ist f&uuml;r den wachen, lebenden Menschen
der nat&uuml;rliche Schlaf besser.

<br><b>NZZ am Sonntag:</b> L&auml;sst sich aufgrund von Untersuchungen absch&auml;tzen, wie gesund
Albrecht nach dem Aufwachen sein wird?

<br><b>Koller:</b> Bei einem mittelschweren Sch&auml;del-Hirn-Trauma ist das nicht exakt
voraussagbar. Den Patienten geht es aber viel besser, als der Volksmund
behauptet. Hier hat die Medizin in den letzten zwanzig Jahren gewaltige
Fortschritte gemacht. Auch andere innere Organe wie die Lunge erholen
sich normalerweise erstaunlich gut.

<br><b>NZZ am Sonntag:</b> Wie erwacht ein Mensch nach l&auml;ngerer Zeit aus dem Tiefschlaf?

<br><b>Koller:</b> Das Aufwachen des Bewusstseins passiert so, dass die Funktionen
allm&auml;hlich
wieder einsetzen. Das beginnt etwa mit der Kreislaufsteuerung und der
Atmung. Es gibt eine Durchtrittsphase, die sehr stressig ist, weil der
Patient zu sp&uuml;ren beginnt, dass da etwas passiert - aber er weiss nicht,
was los ist. Sp&auml;ter spricht er auf Ber&uuml;hrungen an, auf Ger&auml;usche, auf Licht,
kann das aber nicht zuordnen. Langsam geht es rauf, er versteht einzelne
Worte. Ganz zum Schluss gibt es eine Phase, in der er kurze S&auml;tze
versteht, sie aber gleich wieder vergisst. Dann sagen wir immer wieder: Du hast
einen Unfall gehabt. Du bist jetzt im Spital. Es kann dauern, bis er das im
Kopf beh&auml;lt.

<br><b>NZZ am Sonntag:</b> K&ouml;nnen Sie bereits sagen, wann f&uuml;r Albrecht die Aufwachphase
beginnt?  

<br><b>Koller:</b> Das ist noch offen. Jetzt m&uuml;ssen wir schauen, wie wir mit diesen
Lungenschrumpfungen umgehen.

<br><b>NZZ am Sonntag:</b> Kurz nach dem Unfall sagten Sie: Wir reden von Tagen.

<br><b>Koller:</b> Jetzt reden wir von Wochen.

<br><b>NZZ am Sonntag:</b> Wie sieht der langfristige Ablauf aus?

<br><b>Koller:</b> Wenn Daniel Albrecht das Spital verlassen kann, beginnt die
Rehabilitation, die sechs bis zw&ouml;lf Monate dauert.

<br><b>NZZ am Sonntag:</b> Also ist es illusorisch zu glauben, Daniel Albrecht k&ouml;nne
bereits in der n&auml;chsten Saison wieder Skirennen fahren?

<br><b>Koller:</b> Spitzensportler haben andere k&ouml;rperliche Voraussetzungen und eine andere
Motivation. Unter Umst&auml;nden kann bereits in der Rehabilitation der
Wiederaufbau in Richtung Sport beginnen. Man geht am Anfang durch
Depressionen und hat dann wieder &uuml;bertriebene Hoffnungen. In dieser
Phase wird sehr viel mit Psychologen gearbeitet. Wenn dieser Knackpunkt
geschafft ist und der Sportler seine Motivation wieder abrufen kann, ist sehr viel
m&ouml;glich.
</td></tr></table></center><br><br>

<!-- 
Die Lungenprobleme stehen bei der Behandlung von Daniel Albrecht
weiterhin
im Zentrum. Laut Wolfgang Koller, dem behandelnden Arzt, ist das bei den
Verletzungen des Wallisers nicht ungew&ouml;hnlich. &Uuml;berrascht habe ihn
allerdings die sehr schnell und massiv aufgetretene Lungenentz&uuml;ndung. Es
sei m&ouml;glich, dass bei der Erstversorgung am Berg Keime in die Atemwege
gelangt seien oder dass der Skifahrer vor dem Unfall eine leichte Erk&auml;ltung
gehabt habe. Zwar sei eine Lungenentz&uuml;ndung bei Patienten im Tiefschlaf eine
h&auml;ufige Komplikation, doch trete sie in der Regel sp&auml;ter auf. Inzwischen
kann die Entz&uuml;ndung bei Albrecht mit einem passenden Antibiotikum
gezielt behandelt werden.
Die Lungenschrumpfung ist eine Folge der vielen kleinen Blutungen. Als
erste Massnahme dagegen wurde der Tiefschlaf von Albrecht ganz leicht
angehoben, so dass wieder eine Eigenatmung einsetzte. Diese kann dabei helfen, die
geschrumpften Lungenfl&uuml;gel auszudehnen. Sollte die Atmung nicht richtig
koordiniert erfolgen, wird der Schlaf laut Koller wieder abgesenkt und
der Patient nur noch k&uuml;nstlich beatmet. Eine weitere M&ouml;glichkeit, gegen die
Schrumpfung anzugehen, ist laut Koller, den Patienten in Bauchlage zu
drehen. Dann wird quasi die Schwerkraft therapeutisch eingesetzt. Im
Normalfall wird die Lunge wieder voll funktionsf&auml;hig. Dort, wo es zu
Blutungen kam, bilden sich ganz kleine Narben. Diese sollten aber die
Atmung nicht beeintr&auml;chtigen.
--> 

<br><br><center><table cellpadding="10" width="90%" bgcolor="#ffffff"><tr><td>
Das Interview ist  medienrhetorisch vorbildlich. Die
Antworten halten sich an Fakten. Auf Mutmassungen und Spekulationen
und komplizierte Formulierunge voller fachchinesischer Ausdr&uuml;cke wird
oder vagen, diffusen Formulierungen wird verzichtet. Koller bleibt 
konkret, spricht einfach, verst&auml;ndlich, klar und
sagt nur, was er belegen kann.

<!-- 
<ul>
<li> Die Verletzungen im Gehirn gehen den normalen Verlauf. Sie waren in
den letzten Tagen definitiv kein Problem. Hingegen hat es mit der Lunge
Komplikationen gegeben: Wir stellten kleine Blutungen fest, dann kam es
rasch zu einer massiven Lungenentz&uuml;ndung, und zuletzt ist die Lunge im
Bereich der Blutungen geschrumpft. Das ist nicht un&uuml;blich und hat
derzeit f&uuml;r uns Priorit&auml;t.

<li> Das kann man so nicht sagen. In der Summe hat sich am Risiko nichts
ge&auml;ndert. Wir brauchen nach wie vor einen k&uuml;nstlichen Tiefschlaf, aber
nicht so sehr wegen der Gehirnverletzung, sondern wegen der Lunge.

<li> Aber genau wissen wir das nicht.

<li> Wir wissen jedoch, dass Patienten nach dem k&uuml;nstlichen Tiefschlaf
praktisch keine Erinnerungen daran haben. Die meisten erinnern sich an
die letzten ein, zwei Tage auf der Intensivstation

<li> Meist ist es so, dass in der Rehabilitation gewisse Erinnerungen
wieder auftauchen. Das ist wie ein Mosaik, und welche St&uuml;cke man findet, ist
nicht voraussagbar.

Auf die heikle Frage: K&ouml;nnen Sie bereits sagen, wann .....?

<li> Das ist noch offen. Jetzt m&uuml;ssen wir schauen, wie wir mit diesen
Lungenschrumpfungen umgehen.

oder auf den Versuch des Journalisten Kaffeesatz zu lesen: Also ist es
illusorisch zu glauben, Daniel Albrecht k&ouml;nne bereits in der n&auml;chsten
Saison wieder Skirennen fahren?

<li> Spitzensportler haben andere k&ouml;rperliche Voraussetzungen und eine
andere Motivation. Unter Umst&auml;nden kann bereits in der Rehabilitation der
Wiederaufbau in Richtung Sport beginnen. Man geht am Anfang durch
Depressionen und hat dann wieder &uuml;bertriebene Hoffnungen. In dieser
Phase wird sehr viel mit Psychologen gearbeitet. Wenn dieser Knackpunkt
geschafft ist und der Sportler seine Motivation wieder abrufen kann, ist sehr viel
m&ouml;glich.
--> 

Die Medien wollen Prognosen und neue Informationen. Journalisten haben 
das Recht, kritische Fragen zu stellen und m&ouml;chten stellvertretend f&uuml;r das
Publikum herausfinden, wie es mit dem verunfallten Sportler weitergeht:

<ul>
<li> Kann er wieder Wettk&auml;mpfe bestreiten?
<li> Wie beeinflusst ein k&uuml;nstlicher Tiefschlaf den menschlichen K&ouml;rper?
<li> Weshalb wird der Sportler nicht geweckt?
<li> Wie lange kann ein Mensch ohne gravierende Folgen im Tiefschlaf gehalten werden?  
<li> Hat der Sportler mit langfristigen Sch&auml;den zu rechnen? (Gehirn)
<li> Weshalb schrumpfte die Lunge?
</ul>

&Auml;hnlich wie beim Knie Zurbriggens oder dem Herz von Bundesrat Merz
beginnt sich die Bev&ouml;lkerung pl&ouml;tzlich f&uuml;r medizinische Details zu interessieren.
Die Medien versuchen desshalb, medizinische Sachverhalte vereinfachend zu erkl&auml;ren. 
&Auml;rzte m&uuml;ssen dann f&auml;hig sein, komplexe medizinische Sachverhalte verst&auml;ndlich zu 
vereinfachen ohne  sie inhaltlich zu verf&auml;lschen. Das ist eine Kunst, die gelernt werden kann.

<!-- 
Wolfang Koller ist dies nicht nur in der NZZ am Sonntag  gelungen. Die
letzte Antwort im Interview ist beachtenswert. Es ist
keine billige Airbagantwort, die nichts sagt. 
Der Hinweis auf die
besondere Situation bei Spitzensportlern habe ich hautnah erleben d&uuml;rfen. Es
handelte sich um einen Sportler, der beim Fallschirmspringen abgest&uuml;rzt war. Der
behandelnde Arzt hatte damals eindeutig prognostiziert: Sie werden nach
dieser komplizierten Fraktur nicht mehr Ihren Sport betreiben k&ouml;nnen.
Dank eisernem Willen, hartem Training und Selbstmotivation konnte jedoch  der
Sportler nach einem Jahr seine Karriere fortsetzen.  Kollers
Formulierung: "Wenn... dann ist alles m&ouml;glich" ist nach meinem Daf&uuml;rhalten keine
billige Wischiwaschi Antwort. Koller kann und darf sich nicht festlegen, weil
bei Albrecht tats&auml;chlich auch noch alle Wege offen sind.
-->

</td></tr></table></center><br><br>

<center> <img src="nzz.jpg"> </center>

<br><br><center><table cellpadding="10" width="90%" bgcolor="#ffffff"><tr><td>
<b>Nachtrag vom Samstag, 14. Februar 2009</b> Mediengerechtes Informieren des Aertzeteams. 
Quelle Blick:
</td></tr></table></center>

<center><table cellpadding="10" width="90%" class="smalltable"><tr><td>
Riesiger Dank geht an die &Auml;rzte am Uni-Spital von Innsbruck. Ihre
Botschaft, die sie an der Pressekonferenz &uuml;berbringen, k&ouml;nnte
besser kaum sein.

Doktor Stefan Schmid hat Dani als Oberarzt f&uuml;r chirurgische
Intensivmedizin die ganzen drei Wochen betreut. "Wir haben sehr
erfolgreich um Daniel Albrecht gek&auml;mpft", sagt er. "Die
Hirnschwellung ging z&uuml;gig zur&uuml;ck. Die Hirnblutung war nicht
allzu gross. Es war die schwere Lungen-entz&uuml;ndung, die den Kampf
schwierig gemacht hat. Am 11. Februar konnten wir ihn aber von der
Beatmungsmaschine abh&auml;ngen."

Die Verletzung der Stimmb&auml;nder und die Schwellung der oberen Atemwege
nach der Entfernung des Beatmungsschlauches bereiten ihm zur Zeit noch
Schmerzen.  "Aber der Patient wird bereits -sitzend mobilisiert. Und in
den n&auml;chsten Tagen beginnen wir mit Stehversuchen."

Auch Unfallchirurg Michael Blauth berichtet Erfreuliches. "Der Patient
hat an Kopf und Brust -keine weiteren Verletzungen. Am rechten Knie haben
wir eine leichte B&auml;nderdehnung festgestellt. Die Kreuzb&auml;nder
scheinen intakt, eine Kernspin-Tomographie wurde allerdings noch nicht
gemacht."

Erl&ouml;send auch der Befund von Neurologin Bettina Pfausler: "Am
Mittwoch konnten wir das Hirn erstmals beurteilen. Herr Albrecht antwortet
auf einfache Aufforderungen mit Ja und Nein. Er hat noch eine reduzierte
Aufmerksamkeit. Sein H&auml;ndedruck rechts ist -etwas reduziert. In
einigen Wochen ist Daniel Albrecht aus neurologischer Sicht sicher gesund.
</td></tr></table></center><br><br>


<center><table cellpadding="10" width="90%" bgcolor="#ffffff"><tr><td>
Die Medienkonferenz zeigt, dass Daniel Albrecht in guten
H&auml;nden war. Die Reputation des Uni Spitals Innsbruck k&ouml;nnte
nicht besser sein. Es wird hervorgehoben:
Innsbruck informierte stets offen, professionell.
Daniel Albrecht wurde von besten Fachleuten betreut.
Die Aerzte haben immer souver&auml;n, ruhig gesprochen und die
Oeffentlichkeit sei laufend &uuml;ber den jeweiligen Stand der Dinge
informiert worden.

Die konstante beschreibende Information ist bei der Medienkommunikation in heiklen
Situation etwas vom Wichtigsten. Es gilt, m&ouml;glichst keine
Prognosen und Mutmassungen &auml;ussern. Die Arzte m&uuml;ssen mit "einer
Stimme" reden- d.h.  sie d&uuml;rfen  sich nicht widersprechen. Sie haben
vor dem Auftritt zu kl&auml;ren, was gesagt wird und was noch nicht
erw&auml;hnt wird. Was sie vor Mikrofon und Kamera &auml;ussern, muss
immer wahr sein, doch muss nicht alles gesagt werden, das wahr ist. Das
&Auml;rzteteam hat bis zum heutigen Tage vorbildlich informiert. 
Die Aerzte konnten in diesem Fall nicht nur eine gute Botschaft verk&uuml;nden. Sie
verk&uuml;ndeten auch ihre Botschaften medienrhetorisch gut.
</td></tr></table></center><br><br>

<center><table cellpadding="10" width="90%" bgcolor="#ffffff"><tr><td>
<b>Nachtrag vom 16. Februar: Verlegung nach Bern</b>

"Blick:" Daniel Albrecht ist in einem speziellen Intensivtransporter von Innsbruck
nach Bern gebracht worden. Der Zustand von Dani Albrecht sei so stabil
gewesen, dass man auf eine &Uuml;berf&uuml;hrung im Helikopter verzichten
konnte.  Unter einem Intensivtransporter versteht man einen Rettungswagen,
der mit allen M&ouml;glichkeiten ausgestattet ist, um den Patienten
im Notfall intensiv zu betreuen", erl&auml;uterte ein Mitarbeiter des
Sanit&auml;tsdienstes des Kanton Bern auf Anfrage von Blick.ch. Zudem
sei die Liege luftgefedert, um allf&auml;llige St&ouml;sse abzufangen.
Damit ist Daniel Albrecht nicht mehr in den H&auml;nden der Innsbrucker
&Auml;rzte. 
</td></tr></table></center><br><br>

<br><br><center><table cellpadding="10" width="90%" bgcolor="#ffffff"><tr><td>
<b>Nachtrag vom Freitag, 20. Februar 2009: Genesung braucht Geduld</b> <br><br>

"Tagi"-online:

<br><br><center><table cellpadding="10" width="90%" class="smalltable"><tr><td>
Albrechts Genesung wird offenbar l&auml;nger dauern als angenommen
Waren die &ouml;sterreichischen &Auml;rzte zu optimistisch?

Dem vor einem Monat in Kitzb&uuml;hel schwer verungl&uuml;ckten Walliser
steht offenbar ein langer, beschwerlicher Weg bis zur Genesung bevor.

Von Beginn an in Schr&auml;glage: Daniel Albrecht erwischte den
Zielsprung v&ouml;llig falsch und wurde in die Luft katapultiert.
Das l&auml;sst sich aus Communiqu&eacute;s des Berner Inselspitals und
des GFC-Managements Chur herauslesen.
In einer kurzen Mitteilung weist der Mediendienst des Inselspitals auf
die "komplexen Verletzungen" hin, die eine "hochspezialisierte Betreuung"
erfordern. Daniel Albrecht brauche absolute Ruhe. Auf medizinische Details
oder Hinweise auf den allgemeinen Gesundheitszustand, wie sie jeweils
noch in den Statements der Innsbrucker Uni-Klinik erw&auml;hnt waren,
wird verzichtet.

Aufgrund der Informationen von Giusep Fry, dem Manager von Albrecht, ist
davon auszugehen, dass es Wochen beziehungsweise Monate dauert, bis sich
der Athlet von den Folgen des Sturzes erholt hat. Ob und wann er wieder
Skirennen fahren k&ouml;nne, sei zum jetzigen Zeitpunkt unerheblich.

Diese Bemerkung steht im Widerspruch zu gewissen optimistischen Prognosen
nach Albrechts Aufwachen und vor seiner Verlegung von Innsbruck nach Bern.

Seit Sonntag befindet sich der 24-j&auml;hrige Sportler im Inselspital. Es
gehe vorerst darum, dass er sich wieder so weit erholt, um ein normales
Leben f&uuml;hren zu k&ouml;nnen. Die zahlreichen Fans werden gebeten,
Geduld zu &uuml;ben, bis ihre Genesungsw&uuml;nsche beantwortet werden. Es
w&uuml;rde wohl noch Monate dauern.  Das Inselspital wird w&ouml;chentlich
&uuml;ber die Entwicklung von Albrechts Genesung berichten.
</td></tr></table></center><br><br>

Bei den Medienmitteilungen der Innsbrucker &Auml;rzte
haben die behandelnden Aerzte bewusst auf Prognosen verzichtet
und sind nie auf Vermutungen von Journalisten eingegangen. Das
Universit&auml;tsspital Innsbruck hat erfreulicherweise kontinuierlich und 
professionell informiert. Es gab keine optimistische Prognosen. 
Es wurde ehrfach deutlich betont: Es ist noch alles m&ouml;glich.
</td></tr></table></center><br><br>

<br><br><center><table cellpadding="10" width="90%" bgcolor="#ffffff"><tr><td>
<b>Nachtrag vom 23. Februar, 2009</b>:

Das Inselspital informierte nach der &Uuml;berweisung des Spitzensportlers
sehr, sehr knapp: <i>Zustand "befriedigend"</i> K&uuml;rze ist zwar gut,
richtig und wichtig: Doch fehlt der Referenzwert, d.h. der Massstab
f&uuml;r den Laien. F&uuml;r einen Intensivpatienten ging es
ihm gut. Heisst dies, dass er f&uuml;r die Normalstation  noch in
einem "schlechten " Zustand w&auml;re? Die Aussage scheint mir
zu indifferent. Sie wirft Fragen auf. Wenn es heisst, der Patient
"braucht Ruhe": k&ouml;nnte auch bedeuten: Das Spital braucht
Ruhe ... Das Spital will nicht gest&ouml;rt werden. Wir informieren
bewusst zur&uuml;ckhaltender und weniger optimistisch als Innsbruck.
Der angebliche Optimismus der &Auml;rzte in Innsbruck bezog sich jedoch
<b>immer</b> nur auf den IST-Zustand und der hat sich von einem komat&ouml;sen
Patienten in Kitzb&uuml;hel hin zu einem wachen Patienten, der zuletzt
selbstst&auml;ndig sein Essen eingenommen hat und schon wenige Schritte
gegangen war, bestimmt am Schluss erheblich gebessert, ohne viel
<b>Zweck</b> in den Optimismus hinein interpretieren zu wollen. Die Aussagen in
Innsbruck bezogen sich auf den Krankheitsverlauf eines Intensivpatienten,
der nat&uuml;rlich <b>nicht</b> sofort in h&auml;usliche Pflege entlassen werden
kann. Der Manager von Daniel Albrecht, der den Sportler m&ouml;glichst
dicht abschirmen wollte, agierte aus meiner Sicht sehr klug. Dies
ist gut f&uuml;r den Sportler, aber schlecht f&uuml;r die Medien.
Die Gretchenfrage steht im Raum: Wann kann Daniel Albrecht sein erstes
Interview geben?
</td></tr></table></center><br><br>

<center><table cellpadding="10" width="90%" bgcolor="#ffffff"><tr><td>
<b>Nachtrag vom 9. M&auml;rz: Daniel Albrecht macht Fortschritte</b>
Blick online:

<br><br><center><table cellpadding="10" width="90%" class="smalltable"><tr><td>
Daniel Albrecht, am 22. Januar in Kitzb&uuml;hel schwer gest&uuml;rzt,
befindet sich ganz klar auf dem Weg der Besserung. Er erholt
sich weiterhin von seinem Sch&auml;del- und Hirntrauma und der
Lungenquetschung.

Ein sehr gutes Zeichen: Sein Erinnerungsverm&ouml;gen ist wieder
zur&uuml;ck!  "Albrecht kann sich an alle wichtigen Ereignisse des
laufenden Winters erinnern", teilt sein Management mit. Nur die Erinnerung
an seinen Horror-Sturz fehlt dem 25-J&auml;hrigen.

Auch normale Alltagsabl&auml;ufe verrichte Albrecht selbstst&auml;ndig
und ohne fremde Hilfe. "Das Sprechen und die Kommunikation bereiten
Daniel keine Probleme", l&auml;sst sein Manager Giusep Fry vermelden.

Noch immer ist aber Ruhe angesagt, Besuche im Unispital Bern sind
weiterhin nur f&uuml;r sein allerengstes Umfeld m&ouml;glich.
</td></tr></table></center><br><br>

Erstaunlich, dass nicht das Spital, sondern das Mangement jetzt die
Kommunikation an die Hand genommen hat. Wenn es um gute Nachrichten geht,
ist dies nicht so schlimm, wie bei Negativmeldungen. Doch w&auml;re
in diesem Fall wichtig, dass die Informationspraxis - w&auml;hrend des
Spitalaufenthaltes des Weltmeisters - nicht delegiert wird.

Weil das Inselspital den defensiven Weg gew&auml;hlt hat, merkt
man jetzt, dass es viele Meldungen &uuml;ber den Patienten aus
Nebenquellen gibt. Damit ist nat&uuml;rlich die Chance auf eine
Selbstdarstellung des Spitals und eine gesteuerte Kommunikation
korrumpiert. Ich h&auml;tte als Kommunikationschef des Spitals das
Szepter nicht aus der Hand gegeben. Selbstverst&auml;ndlich m&uuml;sste
nicht mehr t&auml;glich informiert werden. Doch aussergew&ouml;hnliche
Ver&auml;nderungen d&uuml;rften bei so einem grossen Medieninteresse
nicht zur&uuml;ckgehalten werden.
</td></tr></table></center><br><br>






</br><center><table bgcolor="#eeeeee" cellpadding=5 border=0 cellspacing=3 width=100%><tr><th> <a href="http://www.rhetorik.ch">Rhetorik.ch</a></th><th> 1998-2011 
&copy; K-K Kommunikationsberatung </th><th><a href="http://www.knill.com">Knill.com</a></th></tr></table></center>           

</body>
</html>