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<title>
 rhetorik.ch aktuell:  Krisenkommunikation ohne Vermutungen </title>
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 <meta name="keywords" content="Krisenkommunikation ohne Vermutungen, Krisen Medien" />
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<center><table cellpadding=5 border=0 cellspacing=3 width=100%>
<tr><th width=10%><a href="http://www.rhetorik.ch">Rhetorik.ch</a></th>
<th><h3> Knill+Knill Kommunikationsberatung </h3></th>
<th width=10%><a href="http://www.knill.com"> Knill.com</a></th></tr></table></center>
<center><table width=100% bgcolor="#eeeeee" border=0 cellpadding=3 cellspacing=0>
<td align=center><a href="http://www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell.html">Aktuell Artikel</a></td>
<td align=center><a href="http://www.rhetorik.ch/inhalt.html">Artikel Inhaltsverzeichnis</a></td>
<td align=right>Suche in Rhetorik.ch:</td>
<td align=right>

<form class="white" id="search" action="http://www.google.com/cse" id="searchbox_000263664119870185702:a9lwb8wg5l4" title="Google Search">
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     <input class="white" id="q" name="q" accesskey="s" type="text" name="q" size="50">
     <input class="white" id="submit" value="Go" type="submit">
</form>
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</td></tr></table></center>

<h3 class="aktuell"><a href="../../Aktuell.html">www.rhetorik.ch aktuell:</a> (19. Dez, 2010)</h3>
<a href="../../../icons.html"><img src="thumb.jpg" class="icon" align="left"/></a><h2 class="aktuell">Krisenkommunikation ohne Vermutungen</h2>
<center><table width="100%" cellpadding="10"><tr><td>
<b>Rhetorik.ch Artikel zum Thema:</b></td><td>
<div id="links"><ul id="links">
<li><a href="../../Krisen.html">Aktuell Krisen</a></li>
<li><a href="../../10/12_05/index.html"> 5. Dez, 2010</a></li>
<li><a href="../../09/01_22/index.html"> 22. Jan, 2009</a></li>
<li><a href="../../09/02_01/index.html">1. Feb, 2009</a></li>
</ul></div></td></tr></table></center>

<div class="it">
Der Blick-online titelte: Paraplegie-Arzt: "Rechne mit Querschnitts-L&auml;hmung"
Wenn wir jedoch das Interview genau lesen, stellen wir fest, dass der 
Arzt es so nicht gesagt hat. Es war der fragw&uuml;rdige Titel, der unprofessionell
war. Aus dem Interview: <br><br>

<center><table><tr><td>
<img src="baumberger.jpg">
</td><td>
<div class="its"> 
Nach Samuel Kochs Horror-Sturz bei "Wetten dass..?" rechnet 
<b>Dr. Michael Baumberger</b>, Chefarzt im Schweizer
Paraplegiker-Zentrum Nottwil, mit dem Schlimmsten: <br><br>

<ul>
<li><i>Was sagen Sie zum Unfall in der Sendung "Wetten dass..?"?</i>
<li>Vieles deutet darauf hin, dass es sich um eine Tetraplegie handelt. Ein
Indiz daf&uuml;r ist die Bewegung des Kopfes nach dem Aufprall.
<li><i>Was konkret bedeutet Tetraplegie?</i>
<li>Tetraplegie ist eine Querschnittsl&auml;hmung ab der H&ouml;he des
4. bis 6. Halswirbels. Sie wird unterschiedlich klassifiziert. Ich
gehe davon aus, dass es sich um eine komplette Tetraplegie oder eine
mit schweren Ausf&auml;llen handelt.
<li><i>Kann sich das wieder erholen?</i>
<li>Bei einer kompletten Tetraplegie, also bei einer kompletten Durchtrennung
des R&uuml;ckenmarks, gibt es keine Heilung. 
</ul>
</div>
</td></tr></table></center>

<div class="it"> 
<b>Michael Baumberger</b> kann kein Kommunikationsfehler vorgeworfen 
werden. Der Fehler liegt bei der Titelgebung. Der Chefarzt
sagt n&auml;mlich wortw&ouml;rtlich: Es deute vieles darauf hin ...
Er sagt nicht, er vermute, der Verunfallte bleibe gel&auml;hmt. Mit
dem Titel wurde jedoch den Lesern suggeriert, Baumberger sei sich
gleichsam sicher, dass ... Wenn wir die wortw&ouml;rtliche Aussage
lesen, beschreibt der Chefarzt des Paraplegiker Zentrums lediglich -
v&ouml;llig korrekt -, dass es nur bei einer kompletten Tetraplegie
keine Heilung mehr gebe.
Bei Samuel Koch ist dies aber noch nicht best&auml;tigt. 
</div>

<div class="it"> 
Auch am 6. Dezember antwortet Neurochirurg Raab
vorbildlich. Er macht vor Mikrofon und Kamera keine Prognosen.
BILD Journalisten fragten bei den Aerzten der D&uuml;sseldorfer Uniklinik
nach:

Wie stehen die Chancen auf eine vollst&auml;ndige Genesung und wie gross
ist die Gefahr einer fortw&auml;hrenden L&auml;hmung?

F&uuml;r Neurochirurg Dr. Richard Bostelmann ist "der Zeitpunkt" f&uuml;r
eine konkrete Einsch&auml;tzung "viel zu fr&uuml;h". Denn: Auch an Tag
zwei nach dem schlimmen Sturz ist Samuels Zustand weiterhin kritisch!
Raab :
"Wir m&ouml;chten uns zum derzeitigen Zeitpunkt nicht &uuml;ber
irgendwelche prognostischen Aspekte der Verletzungen, die
zugegebenermassen schwerwiegend sind, &auml;ussern." 
</div>

<div class="it">
Der "Blick" vom 7. Dezember meint: Samuel bleibt wohl gelaehmt.
Dieser Titel basiert auf den Aussagen der Mediensprecherin des
Universit&auml;tsspitals D&uuml;sseldorf - Susanne Doheide.
Die Medien machten aus den Mutmassung der Mediensprecherin eine Tatsache. <br><br>

Susanne Doheide erw&auml;hnte zuerst alle Fakten (dies war noch
v&ouml;llig korrekt) und schilderte auch die festgestellten
L&auml;hmungserscheinungen. Dann f&uuml;gte sie dazu: <br>

"Wir k&ouml;nnen eventuell davon ausgehen, dass sich das nicht vollkommen
zur&uuml;ckentwickeln wird. Das kann man aber nicht mit Sicherheit sagen." <br>

Analysieren wir diesen Wortlaut, so stellen wir fest: Die Mediensprecherin
machte den Fehler, zu vermuteten und eine Prognose zu formulieren, 
die noch nicht belegt ist. <br>

Im Gegensatz zur Sprecherin hatte der Chefarzt nach der Einlieferung immer
nur Fakten beschrieben. Aus meiner Sicht hatte der Arzt vorbildlich
kommuniziert. Er beschrieb stets nur den jeweiligen aktuellen Zustand
und verstieg sich nie in Hypothesen, obwohl ihn die Journalisten mit
Fragen &uuml;ber den kommenden Verlauf der Genesung l&ouml;cherten. <br>

Schon im Fall des verunfallten Skifahrers <b>Daniel Albrecht</b>
haben wir gesehen, wie der Universit&auml;tsspital Innsbruck 
vorbildlich und proaktiv informiert hatte und auf jegliche Prognosen
verzichtete. Wir haben sp&auml;ter nach der &Uuml;berlieferung ins Berner
Inselspital erlebt, wie man dort die Journalisten abgeschottet hatten.
Dies ist nach negativen Erfahrung mit der fragw&uuml;rdigen Foto des
Buundesrates Merz passiert. Die Medien hoten sich die Informationen dann bei
Verwandten oder beim Chef "SwissSki" die Informationen. <br><br>

In Krisensituationen muss die Kommunikation koordiniert gef&uuml;hrt werden.
Informieren heisst dann: Fakten beschreiben. Ein Chefarzt, der eine 
Krisensituation erfolgreich gemeistert hatte, schrieb mir nach meiner Analyse: <br>

Die Mediensprecherin hat sich in ihrer doppelten Verneinung restlos
verheddert. Ausserdem kennt sie den "Punkt" nicht, nur den Beistrich -
und findet nicht mehr in den Hauptsatz zur&uuml;ck. Wenn das Publikum
auf eine schlechte Nachricht vorbereitet werden muss, dann w&uuml;rde
ich solche Inhalte auch mitteilen aber eher so: <br>

"Der Patient ist derzeit im k&uuml;nstlichen Tiefschlaf (nicht Koma,
das ist negativ besetzt). Deshalb k&ouml;nnen wir im Moment nicht
feststellen, ob L&auml;hmungen vorhanden sind..... Die Operation hat
die Wirbels&auml;ule kn&ouml;chern stabilisiert." <br>

Oder, zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt: <br>

"Wir haben den Patienten langsam aus dem k&uuml;nstlichen Tiefschlaf
aufwachen lassen. Dabei sind erste Hinweise auf L&auml;hmungserscheinungen
sichtbar geworden. Erst in weiteren Untersuchungen -wenn der
Patient v&ouml;llig wach ist - k&ouml;nnen wir das genaue Ausmass der
L&auml;hmungen feststellen." <br><br>

Noch sp&auml;ter:

"Der Patient ist jetzt wach. L&auml;hmungen sind leider vorhanden.
Das genaue Ausmass der L&auml;hmungen wollen wir ihnen aus Respekt vor der
Privatsph&auml;re des Patienten und seiner Familie nicht berichten. Ob
sich die L&auml;hmungen zur&uuml;ckbilden werden, k&ouml;nnen wir jetzt
noch nicht sagen. Eine hochprofessionelle Rehabilitationstherapie
kann hier helfen, und ist unter allen Umst&auml;nden auch sehr lange
durchzuf&uuml;hren."
</div>

<div class="it">
<b>Nachtrag 11. Dez.10</b>: Erfreulich auch, wie die Aerzte in Nottwil 
professionell informieren. Kein Arzt macht fragw&uuml;rdige Prognosen:

<div class="its">
Nottwil (dpa) - Der Schweizer Arzt des schwer verletzten Wettkandidaten
Samuel Koch h&auml;lt sich bei einer Prognose &uuml;ber die
Heilungschancen des 23-J&auml;hrigen zur&uuml;ck. Entscheidend
seien die ersten beiden Wochen nach dem Unfall, sagte Oberarzt
Hans Georg Koch der Zeitung "Blick". Die &Auml;rzte der Schweizer
Klinik s&auml;hen M&ouml;glichkeiten einer positiven Entwicklung und
h&auml;tten die Hoffnung, dass die L&auml;hmungserscheinungen und
Gef&uuml;hlsst&ouml;rungen zur&uuml;ckgehen. Am Montag will sich die
Klinik zu den n&auml;chsten Schritten &auml;ussern.
</div>
</div>

</div>




</br><center><table bgcolor="#eeeeee" cellpadding=5 border=0 cellspacing=3 width=100%><tr><th> <a href="http://www.rhetorik.ch">Rhetorik.ch</a></th><th> 1998-2011 
&copy; K-K Kommunikationsberatung </th><th><a href="http://www.knill.com">Knill.com</a></th></tr></table></center>           

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</html>