This is Google's cache of http://www.rhetorik.ch/Schweigen/Schweigen.html. It is a snapshot of the page as it appeared on Dec 13, 2019 12:53:13 GMT. The current page could have changed in the meantime. Learn more.
These search terms are highlighted:schweigen
Full versionText-only versionView source
Tip: To quickly find your search term on this page, press Ctrl+F or ⌘-F (Mac) and use the find bar.
Schweigen können
Rhetorik.ch

Knill+Knill Kommunikationsberatung

Knill.com
Aktuell Artikel Artikel Inhaltsverzeichnis Suche in Rhetorik.ch:


Schweigen können

von Marcus Knill


Soren Kierkegaard, Quelle http://home.pacbell.net/newcov/sk/index.html "Nur wer wesentlich schweigen kann, kann wesentlich reden" (Sören Kierkegaard, 1813-1855)

Schweigen ist aktives Zuhören

Sie wundern sich vielleicht, dass das Schweigen ein wichtiges Element der Rhetorik ist.
Ich kannte eine Person, die verstand es, gekonnt zu schweigen:
  • Viele schätzten die Person als gute Zuhörerin, weil sie zugleich Signale der Zuhörens vermittlen konnte
  • Andere sahen in diesem "Verhalten des Schweigens" ein Zeichen der Überlegenheit
  • Die Wirkung war jedenfalls meist positiv.
Es schien, als hätte die beschriebene Person die Erkenntnis

"Wenn die Leute wüssten, dass 70% von dem, das sie sagen, wieder gegen sie verwendet werden kann; so würden sie viel weniger reden."


verinnerlicht. Jedenfalls war sie kaum angreifbar und wirkte für viele immer sehr weise.
Bis zu jenem Zeitpunkt, als sie doch einmal länger redete.
Alle merkten nun, wie dumm und einfältig die Person im Grunde genommen war. Wir sagten nachher: Schade, dass sie geredet hatte!
Diese Geschichte macht deutlich: Schweigen können hat verschiedene Vorteile.
Doch Spass beiseite. Wir möchten in diesem Kapitel etwas zum "aussagekräftigen Schweigen" hinzufügen.
Denn: Schweigen heisst nicht einfach "Still sein" oder "Nichts sagen" sondern aktives Zuhören .
H. Netzer schreibt:


"Schweigen ist die Pause zum Denken, nicht vom Denken"


Es geht um das Schweigen als Denkpause (Denkzimmer).
Vor allem dann, wenn heikle oder überraschende Fragen gestellt werden - dann muss immer zuerst nachgedacht werden.


Hören, Denken (Schweigen) - Antworten- Lenken

Wir haben einmal in einem Seminar den Redeprozess wir folgt skizziert: "Hören bis zum letzten Wort" d.h. konzentriert, aufmerksam zuhören dann warten, schweigen, nachdenken, überlegen, evt. laut reflektieren und erst dann reden" (Hauptanteil beim Redeprozess hat das Schweigen und das laute Reflektieren oder Klären).
Bewusstes beabsichtigtes Schweigen, im Sinne einer Stellungnahme, kann unter Umständen selbst zu einer Antwort werden.
Wer nicht gelernt hat, gezielt zu schweigen, verzichtet auf eines der wichtigsten Mittel der Rhetorik.
In unseren Coachings ist die Denkpause einer der wichtigsten Parameter der Überlegenheit.
Leute, die unsicher sind, verunsichert wurden, signalisieren mit dem zu raschen Antworten, dass sie den Boden unter den Füssen verloren haben. Nur wer überlegen ist, kann sich das Überlegen leisten. Viele verzichten auch deshalb auf Pausen oder den Schweigeanteil, weil sie Angst haben, die anderen könnten ihnen die Pause "stehlen".
Andragoge (Erwachsenenbildner) Franz Pöggeler geht so weit, dass er meinte:

"Das Verpassen des richtigen Schweige-Augenblicks ist einer der übelsten Gesprächsfehler".


Tatsächlich:
In zahlreichen Gesprächssituationen kann keine Antwort die beste Antwort sein.
Bei der provokativen Rhetorik, bei persönlichen Angriffen, bei emotional geprägten Ueberraschungen kann ein kurzes Schweigen - verbunden mit einem nonverbalen Signal "Aber bitte nicht so!" - die aussagekräftigste Entgegnung sein.
Möglicherweise stimmen beide Aussagen:

"Reden ist Silber - Schweigen ist Gold."


Genauer jedoch wäre:


"Schweigen ist Silber, Reden ist Gold aber: Das richtige Wort zu richtigen Zeit zu sagen, ist wie ein Diamant in Platin gefasst."


Schottische Schweigsamkeit. Der Reden-Berater schlägt vor, sich an den Schotten Fleming zu halten, wenn es um eine kurze Dankesrede geht: Fleming erhielt 1945 den Nobelpreis für die Entdeckung des Penicillins. Er war auch sparsam mit Worten. Ein Kollege berichtete: "Wir begannen den Arbeitstag morgens mit einer Diskussion über ein Experiment, das wir durchühren wollten. Jeder trug seine Ansicht vor, und als die Reihe an Fleming kam, sagte er: 'Versuchen!' Dann begann er zu arbeiten. Um 5 Uhr nachmittags blickte er auf die Uhr und sagte. 'Tee!' Mit diesen beiden Worten kam er den ganzen Tag aus. Der Redenberater: "Wenden Sie sich an Ihr Auditorium: 'Gestatten Sie mir, mich an Alexander Flemings Vorbild zu halten und meinen Dank in ebenfalls nur zwei Worte zu kleiden: Vielen Dank!'




Links : Siehe Beitrag Reden und nichts Sagen.



Beim K+K Coaching erhalten Sie hilfreichte Tools, damit Sie im Alltag die Balance finden zwischen Zuhören-Schweigen und situationsgerechtem Reden.





Rhetorik.ch 1998-2017 © K-K , Weblinks sind erwünscht.
Bei Weiterverwendung ist Autoren- und Quellenangabe erforderlich. Feedback?
Knill.com