This is Google's cache of http://www.rhetorik.ch/Unredlich/Unredlich.html. It is a snapshot of the page as it appeared on Dec 10, 2019 14:09:23 GMT. The current page could have changed in the meantime. Learn more.
Full versionText-only versionView source
Tip: To quickly find your search term on this page, press Ctrl+F or ⌘-F (Mac) and use the find bar.
<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.0 Transitional//EN">
<html>
<head>    
<meta http-equiv="content-type" content="text/html;charset=iso-8859-1">
<meta name="MSSmartTagsPreventParsing" content="true">
<link rel="icon" href="../ico/rhet.ico" type="image/ico">
<link rel="shortcut icon" href="../ico/rhet.ico">
<link rel="apple-touch-icon" href="../ico/touch.png"/>


  <title> Unredliche Methoden    </title>
  <meta name="description" content="Wie man unredlichen 
       Argumentationsmethoden begegnen kann">
  <meta name="keywords" content="Rhetorik, Streitgespraeche, 
              Kommunikation, Argumentationstechniken">
  <meta name="revisit-after"  content="5 days">
  <meta name="classification" content="Information page">
  <meta name="robots" content="all">
  <meta name="distribution" content="Global">
  <meta name="author" content="Knill">
  <meta name="keywords" content="Rhetorik, Reden, Medien, Medienrhetorik,
      Kommunikation, Propaganda, Medienkommunikation">       
  <link rel=stylesheet type="text/css" href="../Styles/basic.css">
  <script type="text/javascript" src="../Javascript/go_to_url.js"></script>
  <script type="text/javascript" src="../Javascript/search_term.js"></script>
</head> 

<body bgcolor="#ffffff" text="#000000" link="#0000ff" alink="#0000cc" vlink="#0000aa"><a name="top"></a>
<center><table bgcolor="#eeeeee" cellpadding=5 border=0 cellspacing=3 width=100%>
<tr><th width=10%><a href="http://www.rhetorik.ch">Rhetorik.ch</a></th>
<th><h3> Knill+Knill Kommunikationsberatung </h3></th>
<th width=10%><a href="http://www.knill.com"> Knill.com</a></th></tr></table></center>           
<center><table width=100% bgcolor="#eeeeee" border=0 cellpadding=3 cellspacing=0>
<td align=center><a href="../Aktuell/Aktuell.html">Aktuell Artikel</a></td>
<td align=center><a href="../inhalt.html">Artikel Inhaltsverzeichnis</a></td>
<td align=right>Suche in Rhetorik.ch:</td>
<td align=right>
<form class="white" id="search" action="http://www.google.com/cse" id="searchbox_000263664119870185702:a9lwb8wg5l4" title="Google Search">
     <input class="white" type="hidden" name="cx" value="000263664119870185702:a9lwb8wg5l4">
     <input class="white" id="q" name="q" accesskey="s" type="text" name="q" size="50">
     <input class="white" id="submit" value="Go" type="submit">
</form>
<script type="text/javascript" src="http://www.google.com/coop/cse/brand?form=searchbox_000263664119870185702:a9lwb8wg5l4&amp;lang=en"></script>
</td></tr></table></center>
<br><br>

<h2 class="title">
Unredliche Methoden
</h2>


<br>
<center>
<table width="90%" cellpadding=10 cellspacing=0 border=0>
<tr><td bgcolor="#fafffa">
Wirksam reden zu k&ouml;nnen ist lernbar. 

Die nachfolgenden 
Beispiele &uuml;ber "unredliche 
Methoden" sollen zeigen, wie man auch in harten
Interview - oder Diskussionssituationen 
unzimperlichen Taktiken gegen&uuml;ber gewappnet sein
kann. Der folgende Katalog &uuml;ber "unfaire Dialektik" dient 
aber auch dazu, Diskussionen in
den elektronischen Medien fundierter zu 
beurteilen. Ferner liefern sie
heisse Tips zum "heissen Stuhl".
</td></tr></table></center><br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Unfaire Dialektik - 
Unfaire Taktiken: Wir
m&uuml;ssen sie erkennen, sonst 
k&ouml;nnen wir sie nicht
entlarven. <br>

In der Praxis m&uuml;ssen wir mit unfairen Taktiken
rechnen. Was sollen wir tun? Gilt es nicht, mit
gleicher M&uuml;nze oder noch unfairer -
zur&uuml;ckzuzahlen?

Selbstverst&auml;ndlich verlassen wir in 
derartigen Situationen den Boden 
der, "Angewandten Rhetorik" nicht.
Die Taktiken d&uuml;rfen wir entlarven und
sollen sie beim Namen nennen. Jeder, der 
ehrlich und nat&uuml;rlich redet,
muss deshalb die Taktiken und Techniken der unfairen
Dialektik erkennen damit er weniger manipuliert
werden kann <br>

Die denkbaren Reaktionen, als Reaktion auf
unfaire Verhaltensweisen, sind selbstverst&auml;ndlich
nur als Anregung, Gedankenst&uuml;tze gedacht.
Die treffenden fairen Antworten sind 
situationsabh&auml;ngig. Es liegt an Ihnen, entsprechende 
Varianten durchzudenken und eigene L&ouml;sungen zu suchen.
</td></tr></table></center><br><br>


<center>
<table width=80% cellpadding=20 border=2 bgcolor="#ffffff"> 


<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Verunsicherungstaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Betont kritische Haltung 
und dauerndes Gegenfragen 
(Missbilligung wird in der
K&ouml;rperhaltung zus&auml;tzlich 
zum Ausdruck gebracht)
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Wenn es sich zeigt, dass 
der ehrliche Wille zum
Dialog fehlt, lohnt es 
sich nicht, das Spiel mitzuspielen.
Eventuell zeigen, dass Sie die Methode
durchschaut haben. "Gibt es wenigstens einen 
Punkt, den Sie nicht in Frage stellen"
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Induktionstaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Ein zugkr&auml;ftiges Einzelbeispiel soll
beweisen, dass die Aussage Allgemeing&uuml;ltig ist.
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Ein Beispiel 
beweist nichts". Mit einem einzigen
Gegenbeispiel f&auml;llt das
ganze Argumentationsgeb&auml;ude
zusammen. 
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Unterbrechungstaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Unterbrechungen sind 
zerm&uuml;rbend und l&auml;stig.
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Pause machen. "Darf ich fortfahren?"
An Spielregeln und an Fairness appellieren.
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Hauptsache - Nebensache - Taktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Nebens&auml;chlichkeiten werden 
hochgespielt, sodass der Zuh&ouml;rer 
die Hauptsache (die eigentliche
Absicht) nicht erkennt. 
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Entlarven. Zum Thema zur&uuml;ckkommen.
"Diese Nebens&auml;chlichkeiten sind
recht interessant. Es geht nun aber..."
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Schweigetaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Sie werden lautstark abgefertigt, 
nachher wird eisern geschwiegen. 
Oder der Partner h&ouml;rt uns zu
und schweigt, als ob ihn alles 
Gesagte &uuml;berhaupt nicht 
interessiere.
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Was meinen Sie als Spezialist &uuml;ber... - 
zu ..." oder Erstaunen zeigen &uuml;ber das 
sonderbare Verhalten. 
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Autorit&auml;tstaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Was kann man schon sagen, wenn es 
Einstein gesagt hat (oder Heidegger usw.) 
"Albert Schweizer hat zu ser Frage bereits 
gesagt.."
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Ich habe eigentlich die Frage an Sie 
gerichtet." "Uns interessiert ihre Antwort"
</tr> 


<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Wissenschaftstaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Lehrmeinungen werden zitiert. 
Zitate von prominenten Pers&ouml;nlichkeiten
werden sogar falsch wiedergegeben. 
Sie werden gefragt, ob Sie das Zitat nicht kennen.
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Zugeben wenn das Zitat unbekannt ist. 
Falls Sie den Fehler erkennen:
"Damit habe ich gerechnet, dass Sie 
Zitate aus dem Zusammenhang reissen. 
Dass Sie jedoch den Sachverhalt falsch
wiedergeben w&uuml;rden, h&auml;tte ich 
nicht gedacht." 
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Fremdworttaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Um das Fachwissen zu beweisen
oder um zu verwirren, werden Sie mit 
Fremdw&ouml;rtern &uuml;bersch&uuml;ttet.
</td><td bgcolor="#eeffee">   
K&ouml;nnen Sie dies in gutes Deutsch
&uuml;bersetzen?" "F&uuml;r den 
Zuh&ouml;rer w&auml;re es interessant
zu erfahren, was das alles heisst"
oder, Fremdw&ouml;rter selber in der Antwort
erkl&auml;ren. 
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Phrasentaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Sch&ouml;ne Redensarten (h&ouml;here Werte,
Vaterland, Mutterliebe usw.) sollen Sie 
umgarnen.
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Motive des Denkens anerkennen. 
"Ich habe nicht behauptet, 
diese Werte bedeuten uns nichts. Im 
Gegenteil."
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Theorie-Praxis-Taktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Es wird behauptet: "Ihr Vorschlag 
mag in der Theorie taugen, aber 
in der Praxis ist er nicht 
durchf&uuml;hrbar". 
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Wo wurden damit schlechte Resultate
erzielt?" "Sie finden die Theorie brauchbar. 
Gute Ideen bew&auml;hren sich vielleicht 
auch in der Praxis. W&auml;re es nicht 
einen Versuch wert, die Theorie zu pr&uuml;fen?
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Kompetenz-Taktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Die Kompetenz des Redners wird in
Frage gestellt. z.B. fehle es 
jungen Rednern an Lebenserfahrung, oder alte 
Redner d&auml;chten angeblich nicht mehr zeitgem&auml;ss.
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Klar machen, dass es jetzt nicht ums Alter geht, sondern um Argumente. 
Was spricht gegen das Argument?"
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Widerspruchstaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Der Partner zitiert Aussagen von 
Ihnen, die Sie fr&uuml;her gemacht haben.
Er weist bei diesen Aussagen 
Widerspr&uuml;che nach. Daraus leitet der 
Partner Charakterlosigkeit, Wankelmut 
usw. ab. Auf Ihre konkreten Aussagen geht
er &uuml;berhaupt nicht ein.
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Man darf doch dazulernen." 
"Mich w&uuml;rde interessieren, was Sie
gegen meine Aussage einzuwenden haben." 
Falls die Aussage nicht stimmt: 
Berichtigen und auf die Argumente zur&uuml;ckkommen 
die zur Debatte stehen.
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Grossz&uuml;gigkeitstaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Wenn Fakten und Zahlenmaterial als 
kleinliche "Buchhaltermentalit&auml;t", 
als "kleinkarriert" abgetan werden,
mit dem Hinweis: "Die grosse Linie ist
gefragt."
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Da helfen vielleicht folgende 
Bemerkungen: "Haben Sie etwas einzuwenden 
gegen die Zahlen?" "Es sind genaue Zahlen,
auf denen grossz&uuml;giges Denken basieren
kann". 
"Sie wissen genau: Der Teufel liegt im Detail
(soignez les d&eacute;tails)."
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Genauigkeitstaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Vorbehalte sind zu h&ouml;ren gegen 
Ihre Aussage: Der Teufel liege im Detail. 
Das Argument sei zu ungenau.
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Die Einzelheiten wurden selbstverst&auml;ndlich
auch gepr&uuml;ft. Um Sie nicht zu langweilen,
trug ich Ihnen nur das Wichtigste vor". 
"Auf Wunsch legen wir das Zahlenmaterial 
selbstverst&auml;ndlich gerne auf den Tisch."
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Ad-personam-Taktik (Angriffstaktik)
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Eine bekannte Methode der unfairen
Dialektik: Sie als Person werden angegriffen 
nicht die Sache.
Zum Beispiel: "Die Farbe Ihres 
Hemdes entspricht Ihrer Gesinnung." "Jemand, der 
so viel isst, muss Probleme haben beim Denken."
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Pers&ouml;nliche Angriffe m&uuml;ssen Sie mit
aller Entschiedenheit zur&uuml;ckweisen.
"Vielleicht haben Sie doch noch etwas zur
Sache sagen". Mechanismus der Provokation
aufzeigen. 
</tr> 


<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Laientaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Der Partner spielt den Ungl&auml;ubigen. 
Er will nichts verstehen (mit der Absicht, 
dass Sie sich dauernd wiederholen und die
Meinung nicht sagen k&ouml;nnen).
"K&ouml;nnen Sie das nochmals erkl&auml;ren?"
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"H&ouml;ren Sie sich noch den zweiten Teil an".
Sie verstehen es dann gewiss aus dem Zusammenhang." 
"Darauf komme ich noch zur&uuml;ck". 
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Zuordnungstaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Ihr Gegen&uuml;ber ordnet Sie einer 
Gruppe zu und verallgemeinert: 
"Alle Hausbesitzer..." , "Alle Polizisten...",
"Alle Gewerkschaftler..." usw. 
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Sind hier Verallgemeinerungen angebracht?"
"Wie gut kennen Sie alle ...?"
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Verschleierungstaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
"Nehmen Sie es nicht &uuml;bel, es 
ist nicht pers&ouml;nlich gemeint.."
So beginnt der Partner. Obschon es nicht 
nach Beanstandung t&ouml;nt, folgt wie 
erwartet eine harte, pers&ouml;nliche Kritik.
(Die Zuh&ouml;rer werden sogar noch darauf 
aufmerksam gemacht, dass jetzt eine 
besonders harte Kritik kommt.)
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Vielen Dank f&uuml;r Ihre Offenheit, aber..."
"Finden Sie diese Kritik an dieser Stelle angebracht?"
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Vorwurfstaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Der Gespr&auml;chspartner 
&uuml;berh&auml;uft Sie mit Vorw&uuml;rfen 
und endlosen "Warum"-Fragen. 
(Vielleicht will er bewusst verz&ouml;gern
oder hinhalten.)
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Obschon diese Aussagen nicht hierher 
geh&ouml;ren, gebe ich Ihnen doch eine Antwort." 
(Es folgt nur eine kurze Antwort).
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Entweder-oder-Taktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Es wird darauf beharrt, dass nur die
beiden extremen M&ouml;glichkeiten in Frage
kommen.
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Gibt es f&uuml;r Sie keinen 
gangbaren Mittelweg?"
"Schlagen Sie mir wenigstens einen 
Kompromiss vor, den Sie auch akzeptieren
k&ouml;nnten."
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
"Wenn" und "Aber"
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Streit suchen mit unabl&auml;ssigem 
"Wenn" und "Aber". 
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Darf ich von Ihnen einmal konkret h&ouml;ren, 
in welchen Punkten Sie mit mir einig
gehen?"
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Aufschubtaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Der Partner will erst sp&auml;ter Stellung
beziehen (Zeitgewinn analog R&uuml;ck-
fragetaktik).
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Eine sofortige Stellungsnahme verlangen, 
weil der Entscheid im Sinne der Zuh&ouml;rer
jetzt besonders wichtig ist. 
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Verwirrungstaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Ihre Aussagen werden verdreht und 
in einem v&ouml;llig falschen 
Sinn zu einer Schlussfolgerung verwendet,
die deutlich machen soll, dass Ihre Aussage 
absurd ist. Beispiel: "Unsere
&auml;usserst, komplexe und 
vielschichtige Erkenntnis erschwert 
pr&auml;zise Begutachtungen, obwohl
dessen ungeachtet unsere Positionen in einer 
Evaluationsphase neu ermittelt werden
m&uuml;ssen. 
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Entwirren, Umdeutung bewusst werden 
lassen. Erstaunen zeigen, dass aus... 
Aussage .. (die klar und 
unmissverst&auml;ndlich war) so eine 
v&ouml;llig verfremdete Aussage gemacht
wurde.  "Was bedeutet f&uuml;r Sie... ?"
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Diversionstaktik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Der Partner wechselt unauff&auml;llig
das Thema (nach Schopenhauser heisst
dies "Diversion"). 
Das neue Thema wird so gew&auml;hlt,
dass es f&uuml;r die Zuh&ouml;rer
besonders interessant ist. 
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Gestatten Sie, dass wir wieder
aufs Thema zur&uuml;ckkommen?
(Die Thematik darauf wiederholen).
Das neue Thema &uuml;ber... w&auml;re 
sehr interessant. Doch haben wir noch
&uuml;ber ... weiterzureden."
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Abblocken mit "Redemauer"
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Damit Sie nicht mehr zu Wort kommen, 
folgt eine Dauerrede. Mit der Redemauer
sollen Sie hingehalten werden, bis die
Zeit abgelaufen ist. 
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Deutlich unterbrechen.
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Mit kurzen offenen Fragen den Redefluss hemmen
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Diese Arte des Unterbrechens ist auch eine Waffe des Kampfrhetorikers.
Z.B. "Finden Sie dies gut? Nicht? Weshalb erw&auml;hnen Sie es dann?"
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Verwirrende Gegenfrage: "Wie kommen Sie auf diese Frage?"
</tr> 


<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Den Naiven spielen
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Absichtlich nicht verstehen wollen. Das Gegen&uuml;ber spielt den
Ahnungslosen. Dies irritiert. Man verliert bei dieser Taktik die 
Geduld und den roten Faden.
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Ruhig bleiben
</tr> 


<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Scheinst&uuml;tzentechnik
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Zuerst wird der Partner glaubhaft
unterst&uuml;tzt, um ihn zu einem 
sp&auml;teren Zeitpunkt unverhofft 
anzugreiffen  (&Uuml;berraschungseffekt). 
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Zur&uuml;ckkommen auf die erste
Aussage und versuchen, den Wandel
in der Gesinnung schrittweise 
nachzuvollziehen. Auf gest&uuml;tztes
Argument zur&uuml;ckkommen. 
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Diffamierung
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Man beleidigt die Vertreter der
Gegenmeinung. "Es ist jedem klar,
dass Sie als Handwerker diese
Zusammenh&auml;nge nicht erfassen 
k&ouml;nnen."
"Wir wissen, dass Sie als Politiker nicht an konkreten L&ouml;sungen interessiert sind." 
"Als Journalist k&ouml;nnen Sie dies nat&uuml;rlich nicht wissen."  
"Die Farbe Ihres Hemdes entspricht Ihrer Gesinnung." 
"Wenn jemand so viel isst wie Sie, so hat dies gewiss einen Einfluss auf das Denken."
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Beleidigung einstecken und das 
Problem ruhig auf der Sachebene 
weiterf&uuml;ren oder auf 
Beleidigung hinweisen:
"Obschon Sie den Stand der Handwerker
beleidigen, h&ouml;re ich bei 
Ihnen (ausser der Beleidigung) kein
konkretes Argument, das gegen 
meine Ansicht spricht. 
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Beschuldigen    
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Mit dem Finger auf das Gegen&uuml;ber zeigen. "Sie verstehen mich falsch!"
Falls dann das Gegen&uuml;ber aggressiv reagiert:
"Es ist sinnlos mit ihnen zu diskutieren, sie reagieren aggressiv!"
(Gespr&auml;ch abbrechen)
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Ruhig und h&ouml;flich bleiben: "Schade, dass sie sich 
aus der Diskussion zur&uum;ckziehen".
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Dagegen sein   
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Das st&auml;ndige Widersprechen verwirrt besonders, wenn mit der
K&ouml;rperhaltung die Missbilligung zus&auml;tzlich verst&auml;rkt wird.
"Interessant, aber ..."
Falls diese Provokation Fr&uuml;chte tr&auml;gt und das Gegen&uuml;ber
ungehalten reagiert, wird der Unschuldige gemimt: "Ich wollte Sie doch
nur mit einer Gegenmeinung eine differenziertere Betrachtungsweise
bewusst machen."
</td><td bgcolor="#eeffee">   

</tr> 


<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Pauschalisieren
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Verallgemeinerungen von Einzelf&auml;llen
Beispiel: "Die Politiker machen, was 
sie wollen". 
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Nicht hinnehmen, typische Beispiele
verlangen. "K&ouml;nnen Sie dies
verdeutlichen?" Sie werden M&uuml;he
haben, viele Beispiele zu nennen. 
Nennen Sie uns doch wenigstens das 
typischste Beispiel, das Sie kennen."
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Schlagworte
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Schlagwortargumentation ist 
vielfach Ersatz f&uuml;r 
mangelnde stichhaltige Gr&uuml;nde. 
Beispiel: "Lernen muss weh tun!".
</td><td bgcolor="#eeffee">   
R&uuml;ckfragen. 
"Bei welchen Lernprozessen haben Sie unter
Schmerzen leichter gelernt? Was bedeutet 
f&uuml;r Sie "weh tun"? 
(Schlagworte k&ouml;nnen auch ein 
positives rhetorisches Werkzeug sein, 
statt nichtssagender Phrasen hilft oft ein 
Satz in pr&auml;gnanter, z&uuml;ndender
Form. 
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Retourkutsche
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Nachweis, dass der Partner oder der
"Gegner" sich nicht an die 
eigenen Grunds&auml;tze h&auml;lt. 
"Sie sagten, man m&uuml;sse Energie sparen. Selbst
haben Sie auch ein Auto. 
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Ich forderte nie den Verzicht aufs Autofahren.
Mir ging es um ..., und 
ich bin der Meinung, auch die Autobesitzer 
k&ouml;nnten vermehrt Energie sparen". 
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Erfahrung
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Erfahrungsargumente sind gut, aber es ist 
gef&auml;hrlich, wenn Erfahrung und Tradition - 
ohne hinterfragt werde zu d&uuml;rfen - als 
Argumente eingesetzt werden. 
Beispiel: " In unserem Betrieb haben wird das
schon immer so gemacht..." 
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Es ist gut, dass sich das bew&auml;hrt hat. 
Nun m&uuml;ssen wir aber dar&uuml;ber reden,
ob sich dieses Vorgehen heute auch noch 
bew&auml;hrt." 
</tr> 



<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Emotionen
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Wenn einer echte Ergrifffenheit zeigt
(beruhend auf einem Erlebnis), so 
ist das fair. Wenn aber Emotionen missbraucht 
werden, so ist die Situation anders.  
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Beispiel: "Opfer dieser Politik sind die 
gebrechlichen, alten Menschen und vor allem 
die kleinen Kinder, die 
sich nicht wehren k&ouml;nnen."
"Darf ich Sie bitten, die Ablehnung dieser
Vorlage sachlich zu begr&uuml;nden?"
Bei krassem Missbrauch ist eine deutlichere Sprache 
angebracht. 
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Konjuctivtrick
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
"Was w&uuml;rden Sie tun, wenn Sie das grosse Los gew&auml;nnen?"   
Es ist erstaunlich, wie Leute - ohne es zu wissen - bei hypothetischen 
Fragen sehr viel von sich preis geben. Mehr als sie sonst sagen w&uuml;rden.
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Unangenehme Fragen m&uuml;ssen Sie erkennen und benennen. Statt mit
einer Gegenfrage zu kontern, gibt es auch eine Killerantwort, die oft
hilfreich sein kann:
"Moment - da muss ich erst einmal in Ruhe nachdenken!"
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Plausibilt&auml;t
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Wenig fundierte Argumente k&ouml;nnen mit Hilfe der 
Plausibilit&auml;tstaktik glaubw&uuml;rdiger wirken.
Beispiel: 
"Es muss doch einleuchten - jedenfalls wird es 
jeder mit gesundem Menschenverstand best&auml;tigen
- dass ..."
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Gibt es f&uuml;r Ihre Variante ausser 
dem Appell an den gesunden Menschenverstand
auch noch sachliche Argumente?" 
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Gag
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Vom Thema abweichen und auf ein neues
Ausweichen. Siehe Diversionstaktik,
Verwirrungstaktik, Aufschubtaktik. 
Eine geschickte Variation der Ausweichtaktik
ist das Abschweifen mit einer lustigen 
Geschichte (anstatt Stellung zu einem
Sachproblem zu nehmen).  
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Wollen oder k&ouml;nnen Sie zum Diskussionsthema keine 
Stellung hehmen?" "Vielen Dank f&uuml;r die
Auflockerung. Beinahe h&auml;tten wir vergessen, 
dass wir &uuml;ber ... unbedingt noch reden  
m&uuml;ssen. 
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Stratege
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Den grossz&uuml;gigen Strategen mimen 
"Gefragt ist die grosse Linie!"
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Der Teufel liegt oft in den Details.
</tr> 

<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Moralisieren
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Wer heute noch f&uuml;r Atomkraftwerke ist, der 
spuckt auf die Gr&auml;ber der Atomtoten 
in Tschernobyl."
</td><td bgcolor="#eeffee">   
Fakten bringen: Zum Beispiel:
Ein von &uuml;ber 100 Experten erstelltes Papier stellte fest, 
dass bis Mitte 2005 weniger als 50 Tote direkt auf die Strahlung 
durch den Unfall zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden konnten.
Man sch&auml;tzt, dass der Gau insgesamt 4000 Menschenleben kosten 
wird. In Deutschland gibt es pro Jahr mehr Verkehrstote, &uuml;ber
5100 im Jahre 2005. Jede Technik hat Risiken.
</tr> 



<tr><td align=center width=20% bgcolor="#ffeeee">
Isolierung 
</td><td bgcolor="#ffffdd"> 
Bei einem Sachverhalt wird nur ein Faktor 
herausgegriffen und dieser
dann stellvertretend f&uuml;r das 
Gesamte diskutiert. Unredlich ist diese
Argumentationstaktik in Kombination
mit der Ausweichargumentation. 
Beispiel: "Aus Zeitgr&uuml;nden 
m&ouml;chte ich den Aspekt Y herausgreifen".  
</td><td bgcolor="#eeffee">   
"Sie haben  sich in Ihrem Votum nur auf einen
Aspekt beschr&auml;nkt. Darf ich 
annehmen, dass Sie mit 
allen anderen Punkten einverstanden sind?" 
</tr> 

</table>
</center> 


<br><br><center><table cellpadding=10 bgcolor="#eeeeff" width=80%><tr>
<td>             
Quelle:
</th>
<td align=center>
    M. Knill,  'Nat&uuml;rlich, zuh&ouml;rerorientiert,
    inhaltzentriert reden' (SVSF Verlag 1991, Hoelstein)
</td>
</tr>
</table>
</center>      
<br>

<br><br><center><table width=70% cellpadding=10 border=0 bgcolor="#ffffcc"><tr><td>

Diesen Techniken und Methoden werden Sie mit dem 
Lesen dieses Beitrages allein noch nicht 
situationsgerecht begegnen k&ouml;nnen. Es bedarf eines 
prozessorienterten Trainings, damit Sie auch in 
Stresssituationen diese Taktiken wahrnehmen k&ouml;nnen. 
<a href="http://www.knill.com"> 
K+K Kommunikationsberatung </a> hilft Ihnen gerne weiter.
</td></tr></table></center>
<br>


<center>
Publiziert im August, 2002 
</center>


<br><br>
<br><br><center><table bgcolor="#eeeeee" cellpadding=5 border=0 cellspacing=3 width=100%><tr>
<th><a href="http://www.rhetorik.ch">Rhetorik.ch</a></th>       
<th>1998-2017 &copy; <a href="http://www.knill.com"> K-K </a>, 
Weblinks sind erw&uuml;nscht. <br> Bei Weiterverwendung ist Autoren- und Quellenangabe erforderlich. 
<a href="../Feedback/Feedback.html">Feedback?</a> 
</th><th><a href="http://www.knill.com">Knill.com</a></th></tr></table></center>           


</body>
</html>