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  <title> Beeinflussung-Manipulation-Propaganda </title>
  <meta name="description" content="Wer sich mit Manipulation auseinandersetzt,
   sollte sich auch mit den Beeinflussungstechniken vertraut machen. ">
  <meta name="keywords" content="Beeinflussen, Manipulieren, Manipulation, 
   Propaganda,Medien">
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  <meta name="author" content="Knill">
  <meta name="keywords" content="Rhetorik, Reden, Medien, Medienrhetorik,
      Kommunikation, Propaganda, Medienkommunikation">       
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<body bgcolor="#ffffff" text="#000000" link="#0000ff" alink="#0000cc" vlink="#0000aa"><a name="top"></a>
<center><table bgcolor="#eeeeee" cellpadding=5 border=0 cellspacing=3 width=100%>
<tr><th width=10%><a href="http://www.rhetorik.ch">Rhetorik.ch</a></th>
<th><h3> Knill+Knill Kommunikationsberatung </h3></th>
<th width=10%><a href="http://www.knill.com"> Knill.com</a></th></tr></table></center>           
<center><table width=100% bgcolor="#eeeeee" border=0 cellpadding=3 cellspacing=0>
<td align=center><a href="../Aktuell/Aktuell.html">Aktuell Artikel</a></td>
<td align=center><a href="../inhalt.html">Artikel Inhaltsverzeichnis</a></td>
<td align=right>Suche in Rhetorik.ch:</td>
<td align=right>
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</td></tr></table></center>
<br><br>

<h2 class="title">
Beeinflussung-Manipulation-Propaganda
</h2>

<center>
<h3> <i> von  Marcus Knill </i> </h3>
</center>   

<br>
<center>
<table width="90%" cellpadding=10 cellspacing=0 border=0>
<tr><td bgcolor="#fafffa">
Wer sich mit Manipulation auseinandersetzt, sollte sich auch 
mit Beeinflussungstechniken vertraut machen. <br>

Wie werden Mitmenschen, Zuh&ouml;rer und wir selber beeinflusst, 
&uuml;berzeugt oder manipuliert? Ob wir es wahr haben wollen oder nicht:
Es gibt keine Immunit&auml;t gegen Beeinflussung. Aber: je mehr wir 
&uuml;ber Beeinflussungstechniken wissen, umso mehr k&ouml;nnen wir 
ihr widerstehen. 

<ul>
<li><a href="../Propaganda/Propaganda.html">Propaganda durch Wortwahl</a>
<li><a href="../Aktuell/Propaganda.html">Aktuellartikel Propaganda</a>
<li><a href="../Manipulation/Manipulation.html">Manipulationstechniken</a>
</ul>
</td></tr></table></center><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Was heisst "beeinflussen"?
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Wer beeinflusst oder Einfluss aus&uuml;bt, kann Meinungen, Einstellungen,
Entscheide, oder Handlungen so beeinflussen, dass Gedanken ver&auml;ndert,
stabilisiert oder neu gebildet werden. <br>

Das Spektrum vom Begriff "Beeinflussen", der ethymologisch 
von "Den Fluss von Ideen oder Gedanken in die 
Gedankenwelt einer anderen Person einfliessen zu lassen" stammt, reicht
von "Einfluss geltend machen" bis hin zur "Suggestion", "Manipulation" 
oder "Propaganda", Beeinflussungsarten, 
bei denen Personen gegen ihren Willen beeinflusst werden. <br>

Wir wollen einigen der g&auml;ngisten Beeinflussungsstrategien nachgehen,
wohlwissend, dass alle Beeinflussungstechniken f&uuml;r hilfreiche ("gute")
oder fragw&uuml;rdige Inhalte angewendet, respektive missbraucht werden 
k&ouml;nnen. 
</td></tr></table></center><br><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Das Beeinflussungsfeld
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Wir werden von den verschiedensten Seiten beeinflusst: zum Beispiel durch <br>

<ul>
  <li> Selbstbeeinflussung (Autosuggestion) 
  <li> Vorgesetzte
  <li> Familie
  <li> &Auml;sserlichkeiten wie Kleider, Sprache, Stimme etc.
  <li> den Arbeitsplatz
  <li> Erziehung
  <li> Ausbildung 
  <li> Kirche
  <li> Werbung
  <li> Wertvorstellungen
  <li> Medien (B&uuml;cher, Zeitung, TV, Radio, Internet,
             Flugbl&auml;tter)
</ul> 
</td></tr></table></center><br><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Beeinflussungsmechanismen
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Einfluss wird genommen zum Beispiel durch 

<ul>
  <li> Wecken der Aufmerksamkeit (z.B. durch Schmeicheln, Provozieren, 
           &Uuml;berlegenheit demonstrieren, das Gegenteil behaupten oder
           mit Verwirren). 
  <li> Hervorheben oder Beweisen des Vorteils oder Richtigkeit des eigenen 
       Gedankens oder Produkts, Annehmlichkeiten versprechen. 
  <li> Wecken von Bed&uuml;rnissen und W&uuml;nschen. 
  <li> Drohen, Einsch&uuml;chterung oder Angsteinfl&ouml;ssung. 
  <li> Aufforderung zur Handlung. 
  <li> Gef&uuml;hle zeigen. 
  <li> Verhaltensmuster nutzen, von positiven Gef&uuml;hlen profitieren.  
  <li> Bildhafte Sprache, K&ouml;rperhaltung, Sprachebene
  <li> Aktives Zuh&ouml;ren, Angesprochene ernst nehmen, Fragen, 
       andere anschauen. 
</ul> 

</td></tr></table></center><br><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
&Uuml;berzeugungspyramide: 
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  

<img src="pyramide.gif" align=right width=250 height=200 alt="Ueberzeugungspyramide"> 
Beim Beeinflussen durch "&Uuml;berzeugen", "Verkaufen" und "Sich-durchsetzen"
lohnt es sich, das Schwergewicht der Ausbildung auf die F&ouml;rderung
der kommunikativen Kompetenz zu legen. <br>

Die "&Uuml;berzeugungspyramide" veranschaulicht, dass wir in diesen
Bereichen der Beeinflussung 
in erster Linie &uuml;ber unsere Pers&ouml;nlichkeit und zu einem 
recht grossen Teil auch mit unserer Stimme &uuml;berzeugen. Die geringste 
Bedeutung hat erstaunlicherweise der Inhalt der Aussage.  <br> 
</td></tr></table></center><br><br>

<br><br>
<center>
<table width=60% bgcolor="#ccccff" cellpadding=10>
<tr>
<td>             
Personen &uuml;berzeugen vor allem durch Pers&ouml;nlichkeit und 
Stimme. Wer eine gesunde, nat&uuml;rliche und selbstsichere 
Ausdrucksf&auml;higkeit hat, beeinflusst mit weniger Aufwand. 
</td>
</tr>
</table>
</center> 
<br>
<br>


</td></tr></table></center><br><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Widerst&auml;nde beseitigen - dann beeinflussen
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  

Widerst&auml;nde lassen sich rascher beseitigen, wenn wir es 
verstehen, andere gedanklich auf unsere Idee zu bringen. 

</td></tr></table></center><br><br>


<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Wiederholungstechnik ist ein fundamantales Beeinflussungsmittel
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
<center>
<img src="wiederholen.gif" height=28 width=141 alt="Wiederholen, Wiederholen">
</center> 
<br>

Die Wiederholung hat einen grossen Verst&auml;rker-effekt. <br><br>


Auch bei der Autosuggestion beeinflusst das Wiederholen von 
Wortinhalten. 
<br>
<br>

<center>
<img src="wiederholen.gif" height=28 width=141 alt="Wiederholen, Wiederholen">
</center> 

</td></tr></table></center><br><br>


<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Wortwahl
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Begriffe, Formulierungen, Worte k&ouml;nnen so gew&auml;hlt werden, 
dass sie st&auml;rker beeinflussen. <br>

Therapeuten, &Auml;rzte und Erzieher nutzen die Kraft des Wortes. 

<a href="Watzlawick.html"> P. Watzlawick </a> erw&auml;hnt im 
Buch "Die M&ouml;glichkeit des Andersseins" (Bern, 1986, 3. Auflage), 
ein erstaunliches Ph&auml;nomen: einem Kind wird mit Worten Warzen 
entfernt, indem mit einem Geldst&uuml;ck die 
Warzen abgekauft werden. Die v&ouml;llig absurde Aussage 
l&ouml;st pyschosomatische Reaktionen aus (Blutgef&auml;sse verengen
sich - die Wucherung stirbt ab). Mit dem Geldst&uuml;ck wird das 
Eigentumsrecht angemeldet. Jedenfalls funktioniert dieses Ph&auml;nomen
in der Regel. 
<br>
<br>

<center> 
<table width=100% bgcolor="#ffff00" cellpadding=10>
<tr>
<td align=center> 
<img src="worte.gif" width=414 height=26 alt="Worte">
</td>
</tr>
</table> 
</center> 
</td></tr></table></center><br><br>


<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Wortmanipulationen
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Es gibt im Alltag unz&auml;hlige verbale Beeinflussungsm&ouml;glichkeiten
in der Form von Wortmanipulationen oder <a href="http://www.rhetorik.ch/Euphemismus/Euphemismus.html">Euphemismen</a>: 
<br>
<br>

<center>
<table cellpadding=10 border=2 bgcolor="#ffffff">
<tr>
<th bgcolor="#ddddff"> Art der Wortmanipulation   </th>
                                              <th> Beispiel </th> 
</tr>
<tr> 
<td bgcolor="#eeeeff"> Umdeutung von Wortinhalten </td>
                       <td>   Fremdarbeiter statt Gastarbeiter</td>
</tr>
<tr> 
<td bgcolor="#eeeeff"> Elimination von sch&auml;digenden
     Begriffen                  </td><td> Goebbels liess z.B. das Wort 
                                          "Attentat" streichen.        </td>
</tr>
<tr> 
<td bgcolor="#eeeeff"> Verdrehung von Wortbedeutungen</td>
                                     <td> Anstatt Terrorist heisst es 
                                              Freiheitsk&auml;mpfer    </td>
</tr>
<tr> 
<td  bgcolor="#eeeeff">  Gef&uuml;hlsbetonte Worte werden 
      benutzt                       </td><td> z.B. Lebensqualit&auml;t. </td>
</tr>
<tr> 
<td  bgcolor="#eeeeff">  Scheintatsachen werden ver&ouml;ffentlicht </td> 
                                         <td> z.B. 70% der Kunden sind
                                              zufrieden  <br>
    (Wir wissen nicht, wieviele befragt wurden? Wie wurde befragt? 
     Vor allem: Von wem? Waren beispielsweise nur 10 Personen befragt worden:
     "Haben Sie im Laden das gefunden, was Sie gesucht haben?" Und sieben 
     h&auml;tten genickt, so w&auml;re die Aussage nicht gelogen - aber das
     Umfrageresultat w&auml;re trotz statistischer Richtigkeit nicht 
     repres&auml;ntativ.                     </td>
</tr>
</table>
</center> 

</td></tr></table></center><br><br>

<br>
<br>
<center>
<table border=0 width=80% bgcolor="#eeeeff">
<tr>
<td align=center><font size=4>        
Verd&auml;chtige Ausdr&uuml;cke: ein Beispiel
</font></td>
</tr>
</table>        
</center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  

Sch&ouml;nste Umschreibungen k&ouml;nnen in Werbekatalogen 
gefunden werden. 

<center>
<table cellpadding=10 border=2 bgcolor="#ffffff">
<tr>
<th bgcolor="#ddddff">Verd&auml;chtiger Ausdruck </th>
<th>"&Uuml;bersetzung"</th>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#eeeeff"> F&uuml;r unabh&auml;ngige G&auml;ste </td> 
<td> Das Hotel verf&uuml;gt &uuml;ber keinerlei Sport oder Spielanlagen. </td> 
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#eeeeff"> Ehemaliges Fischerdorf</td>
   <td> Die Fischer verschwinden im Touristenstrom. </td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#eeeeff"> International bekanntes Ferienzentrum </td>
 <td> Hier trifft man die Nachbarn aus der Heimat. </td>
</tr>
<tr> 
<td bgcolor="#eeeeff"> Aufstrebender Badeort</td> 
<td> Der Ferienort ist eine Baustelle.</td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#eeeeff"> Der Strand ist nur etwa dreihundert Meter 
von der Rezeption entfernt </td> 
<td> Wer in der hintersten Bungalowreihe wohnt, sollte die 
     Wanderschuhe einpacken. </td>
</tr>
<tr> 
<td  bgcolor="#eeeeff"> Naturbelassener Strand </td> 
<td> Der Sand ist mit Algen und Abf&auml;llen durchsetzt.  </td>
</tr>
<tr> 
<td bgcolor="#eeeeff"> Alle Zimmer zum Meer gelegen </td> 
<td>Die Richtung stimmt-doch davor stehen H&auml;user </td>
</tr>
<tr> 
<td bgcolor="#eeeeff"> Zentral und verkehrsg&uuml;nstig gelegen </td> 
<td> Tags&uuml;ber im Verkehrsl&auml;rm, nachts von der Disco 
                                vibrierendes Haus. </td>
</tr>
<tr> 
<td  bgcolor="#eeeeff"> Junges, lockeres Publikum </td>
<td> Der Anmache in der hauseigenenen Disco ist nicht zu entkommen. </td>
</tr>
<tr> 
<td  bgcolor="#eeeeff"> Sauber und zweckm&auml;ssig eingerichtet. </td> 
<td> Altes, unbequemes Mobiliar.</td>
</tr>
<tr>
<td  bgcolor="#eeeeff"> Ungezwungene, sportliche Ferienatmosph&auml;re </td>
<td> Auch beim Abendessen muss man sich den Bierbauch des Nachbarn ansehen.</td>
</tr>
<tr> 
<td bgcolor="#eeeeff"> Ideal f&uuml;r G&auml;ste, 
  welche das Strandleben geniessen wollen. </td>
<td> Geniessen Sie es tags&uuml;ber in vollen Z&uuml;gen, denn nachts 
  ist nichts los. </td>
</tr>
</table>
</center> 
</td></tr></table></center><br><br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  

Ein Beispiel von bewusster Wortmanipulation aus der 
amerikanischen Politik </a> finden Sie 
<a href="../Propaganda/Propaganda.html"> hier </a>. In diesem Zusammenhang
weisen wir auch auf die 
<a href="../Unredlich/Unredlich.html"> Rhetorikseite &uuml;ber 
Unredliche Methoden </a> hin. 

</td></tr></table></center><br><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Unsicherheit kann Glaubw&uuml;rdigkeit erh&ouml;hen
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  

Die Glaubw&uuml;digkeit von Aussagen kann manchmal 
dadurch erh&ouml;ht werden, indem bewusst Unsicherheit
signalisiert wird. Das nicht so sichere, geschliffene 
Reden und das Suchen nach Worten wirkt manchmal 
glaubw&uuml;rdiger, als ein perfektes Beeinflussungsvotum. 

</td></tr></table></center><br><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Suggestive Wirkung von Bildern
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Nicht nur beim autogenen Training, auch bei der Hypnotherapie sind 
bildhafte Sprachformen sehr wirkungsvoll. Wer bildhaft spricht, 
spricht eindringlicher. Die Bilder werden im Langzeitged&auml;chtnis
verankert. Wort und Bild - d.h rechte und linke Hirnh&auml;lfte - 
werden gekoppelt. 

Beispiel: Es ist erwiesen, dass sich blosse Schilderung von 
wuchernden Fettzellen beeinflussend auswirkt, z.B: 

<center>
<table bgcolor="#ffffaa" cellpadding=10>
<tr>
<td>
"Diese gierigen Zellen sind gelblich-weiss und oval und 
stappeln sich in hohen, bienenwabigen Schichten. Sie wachsen 
und wachsen unabl&auml;ssig."
</td>
</tr>
</table> 
</center>

<br> 
Eine derartige ausf&uuml;hrliche bildhafte Schilderung kann bei einem 
fettleibigen Menschen, unerwarteterweise zu einer Verhaltens&auml;nderung
f&uuml;hren, wengleich die Schilderung medizinisch v&ouml;llig 
unkorrekt ist. Die Suggestion des Bildes auf das Verhalten ist 
erstaunlich. Politiker, Sektenprediger nutzen 
das Beeinflussungshilfsmittel <b> bildhafte &Uuml;berzeugungsmagie </b>
mit grossem Erfolg. 

<br><br>
<center>
<table width=60% bgcolor="#ccccff" cellpadding=10>
<tr>
<td>             
Bilder wirken &uuml;berzeugender als abstrakte oder schlecht vorstellbare 
Aussagen.
</td>
</tr>
</table>
</center> 
<br>
<br>

</td></tr></table></center><br><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Unser Handeln und Verhalten ist bed&uuml;rftnisorientiert
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Ebenfalls aus der Motivationsforschung, Werbung, Verkaufspsychologie
und Propaganda ist das Grundmodell AIDA bekannt: <br> 

<center>
<table cellpadding=10 bgcolor="#ffffee">
<tr><td>
<font size=+2>A</font>ufmerksamkeit wecken 
</td> </tr> <tr> <td>
<font size=+2>I</font>nteresse wecken
</td> </tr> <tr> <td>
<font size=+2>D</font>rang, den Wunsch zu erf&uuml;llen
</td> </tr> <tr> <td>
<font size=+2>A</font>ktion, Kauf, Verkauf oder Handlung
</td> </tr>
</table>
</center> 
<br>

Durch den richtigen Einsatz der Bed&uuml;rftnisse kann der Mensch 
von aussen gesteuert werden. <br> 

<center> 
<table width=50% bgcolor="#eeffee" cellpadding=10> 
<tr>
<td> 
Beispiel: Ein Fernsehteam filmte auf einem Bauernhof ein st&ouml;rrisches
Kalb, das sich trotz Schlagen und Zurufen nicht 
zum Vorw&auml;rtsbewegen dr&auml;ngen liess. Hierauf kam eine 
B&auml;uerin mit einem Eimer Milch, befeuchtet den Finger mit 
frischer Milch und streckte dem Kalb den Finger ins Maul. 
Das Tier lief sofort von sich aus der B&auml;uerin nach und zwar in 
der Richtung, die das Tier vorher verweigert hat. 
</td>
</tr>
</table>
</center> 

<br><br>
<center>
<table width=60% bgcolor="#ccccff" cellpadding=10>
<tr>
<td>             
Wer Bed&uuml;rftnisse befriedigen kann, beeinflusst nachhaltiger
und schneller. 
</td>
</tr>
</table>
</center> 
<br>
<br>

<center>
<table width=50% bgcolor="#eeffee" cellpadding=10>
<tr>
<td> 
Beispiel: "Mach mal Pause - trink Coca Cola!" Mit diesem 
Spruch verkauft Coca Cola den Anspruch auf eine Pause 
(das Bed&uuml;rftnis nach einer Pause besteht bekanntlich
bei allen Menschen).
</td>
</tr>
</table>
</center> 
</td></tr></table></center><br><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Qualitative und quantitative Information
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
"Die grosse Trag&ouml;die unserer Gesellschaft ist, dass wir
quantitativ &uuml;ber - und qualitativ unterinformiert sind.
Wir wissen bedeutend mehr als unsere Vorfahren, doch wir wissen
es bedeutend weniger gut, Wir m&uuml;ssen besser
informiert werden im wahren Sinne des Wortes: <b> auf bessere Weise,
nicht durch mehr Informationen. </b> Zu oft geht das Spektakul&auml;re
dem Wesentlichen vor, das Wichtige wird von Unf&auml;llen und Verbrechen
&uuml;berlagert, das Bedeutsame vom Sensationellen verdr&auml;ngt.
&Uuml;berbordende Quantit&auml;t und
unzureichende Qualit&auml;t bewirken eine ernsthafte Desinformation
der Information, die viele Leute daran hindert, klarzusehen und
Zusammenh&auml;nge richtig zu erkennen."
P.L&eacute;vy (Informationschef Europarat)
</td></tr></table></center><br><br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Auch quantitative Resultate k&ouml;nnen 
gesteuert pr&auml;sentiert werden. Ein Beispiel:

<center>
<table width=90% bgcolor="#eeffee" cellpadding=10>
<tr>
<td>
Hier sind Testresultate von 3 Herzmedikamenten A,B,C:

<center>
<table>
<tr> <td> A </td><td> 33% Verringerung der Herzanf&auml;lle  </td> </tr>
<tr> <td> B </td><td> 1.4% weniger Herzanf&auml;lle       </td> </tr> 
<tr> <td> C </td><td> Mit Placebo sind 95.9% anfallsfrei, mit dem echten Medikament 97.3 % </td></tr>
</table>
</center> 

Selbstverst&auml;ndlich w&uuml;rden wir Medikament A vorziehen, das eine volle 
33 prozentige Reduktion der Anf&auml;lle gezeigt hat. - <br>
Der Witz ist, dass es sich bei den Medikamenten um das gleiche 
Produkt handelt. Die wissenschaftlichen Resultate der 
"Helsinki Heart Study" waren:

<center> 
<table>
<tr>
<td>
4081 Patientinnen und Patienten wurden 5 Jahre lang beobachtet.  <br> 
2051 erhielten das wirkliche Medikament, 56 davon hatten einen Herzanfall <br> 
2030 erhielten Placebo, 84 davon hatten einen Herzanfall.  
</td>
</tr>
</table>
</center>

Das Medikament war also in zus&auml;ztlich 28 F&auml;llen wirksam, das sind  
33% von 84 Herzanf&auml;llen ohne Medikament. 
Das Placebo in 84/2030=4.1% F&auml;llen
unwirksam. Das Medikament in nur 56/2051 =2.7%, das ist eine Reduktion 
um 1.4%. Das Medikament machte auch (2051-56)/2051 =97.3% 
der Personen anfallsfrei, im Gegensatz zu (2030-84)/2030 = 95.9% 
der Personen, die Placebo kriegten.  <br> 

Nach eine Untersuchung der <a href="http://www.unizh.ch"> Uni
Z&uuml;rich </a> (<a href="http://www.nzz.ch"> 
NZZ </a> vom 5. April 2000) sind auch Medizinstudenten 
bei solchen Fragen manipulierbar!  

</td>
</tr>
</table>
</center> 

<b>Nachtrag vom Februar, 2016:,</b> Vielen Dank an 
<a href="http://about.me/c.g.fell">Alexander Fell</a> der uns auf
eine Vertauschung von Zahlen im obigen Beispiel aufmerksam gemacht
hat. Die Tatsache, dass das f&uuml;r mehr als 10 Jahre nicht bemerkt
wurde (vielleicht wurde es schon bemerkt aber nicht gemeldet), kann 
auch illustrieren, dass kritisches Denken selten ist. 
Die Vertauschung war hier passiert:
<br><br><center><table cellpadding="10" width="90%" bgcolor="#ffffff"><tr><td>
Text oben vor der Korrektur  </td><td> Text nach der Korrektur </td></tr><tr><td>
Das Medikament war in 84/2030=4.1% F&auml;llen
wirksam, das Placebo in 56/2051 =2.7%,  ...
</td><td>
Das Placebo in 84/2030=4.1% F&auml;llen
unwirksam. Das Medikament in nur 56/2051 =2.7%,  ...
</td></tr></table></center>



</td></tr></table></center><br><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Zum Informieren
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Informieren hat nicht nur die Bedeutung von 
"unterrichten" oder sich "Kenntnis zu verschaffen 
&uuml;ber irgend etwas". Informieren hat auch etwas zu
tun mit in-formare - etwas formen. Wer informiert, 
der kann beeinflussen, formen, etwas in eine bestimmte 
Form bringen, indem er es auch in einer bestimmten Form 
vermittelt (Nachricht jemanden nach etwas richten).
Wenngleich wir davon ausgehen k&ouml;nnen, dass jeder 
Mensch gepr&auml;gt ist und dazu neigt, 
eher das zu glauben, was seine Meinung best&auml;tigt, so 
l&auml;sst er sich trotzdem von Inhalten beeinflussen, die ihm
vorgelegt werden. <br>

Gedanken lassen sich allein schon insofern steuern, als 
der Informant dar&uuml;ber bestimmt, was wir denken oder reden 
sollen. Er bestimmt das Denktraktandum. Es ist deshalb nicht 
verwunderlich, wenn z.B. bei Jugendlichen, die sich dauernd mit dem 
Thema Drogen auseinandersetzen m&uuml;ssen, pl&ouml;tzlich
auch mit Drogen experimentiert wird. Das gedankliche 
Fokussieren hat allm&auml;hlich unbewusst Interesse und
Neugierde geweckt. <br> 

Die Medien, welche die Themen und Bilder ausw&auml;hlen und 
bestimmen k&ouml;nnen, verf&uuml;gen &uuml;ber ein grosses 
Machtmittel im Bereich Beeinflussung. Dann, wenn Information 
zur Desinformation wird, gilt es bei Beeinflussungsprozessen 
wachsam zu sein. Vorab dann, wenn der Informierende 
&uuml;bertreibt, bewusst verknappt (Themen ausklammert)
&uuml;berbewertet, verdreht oder absichtlich oder unabsichtlich 
verf&auml;lscht. 

<!-- 
<center>
<table width=60% bgcolor="#eeffee" cellpadding=10>
<tr>
<td>
Beispiel: Ein bekanntes Beispiel wo man sowohl als Informant als
auch als Adressat aufpassen muss ist bei Darstellung von Statistiken:
Beim obigen Beispiel der Medikamente kann man das Resultat in 
verschiedener Weise pr&auml;sentieren:

<br>
<center>
<table width=100% height=190 cellpadding=10>
<tr>
<td><img src="stat1.gif" width=250 height=190 alt="Statistik1"></td>
<td><img src="stat2.gif" width=250 height=190 alt="Statistik2"></td>
</tr>
</table>
</center> 
<br>

</td>
</tr>
</table>
</center> 
--> 

In Krisen- und Kriegssituationen hat sich 
best&auml;tigt, wie wichtig Informationen als Beeinflussungselemente 
sind (2. Weltkrieg, Vietnamkrieg, Golfkrieg usw.) <br> 

Wer informiert und wer informiert wird, muss sich ferner damit 
abfinden: Jedermann ist pr&auml;formiert, das heisst gepr&auml;gt, 
und kann das Subjektive nie vollst&auml;ndig ablegen.
</td></tr></table></center><br><br>

<a name="desinformation"></a>
<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Desinformation
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Auf der Suche sind nach konkreten Antworten auf die 
Frage, wie zu informieren (siehe mehr im Buch 
M. Knill, "Informieren - aber wie", Huber 1984) muss auch ein Blick 
auf Desinformationtechniken geworfen werden.  <br> 

Desinformation meint den Akt, eine Information zu unterdr&uuml;cken,
die Bedeutung einer Information herunterzuspielen, oder deren Sinn
zu ver&auml;ndern -, dies bewirkt eine Desinformation. <br>

Beim Traktandieren eines Themas kann Informationen durch Auswahl
gewichtet werden indem bewusst Themen selektioniert werden.  <br> 

Punkte der Desinformation sind: 

<center>
<table cellpadding=10 bgcolor="#ffcccc">
<tr>
<td>
<ul> 
 <li> &Uuml;bertreiben! 
 <li> Bewusst und gezielt verknappen und weglassen! 
 <li> Den Sinn einer Information verdrehen!
 <li> Den Informationsinhalt absichtlich verf&auml;lschen!
</ul>
</td>
</tr>
</table>
</center>  

Im Bereich der psychologischen Kriegf&uuml;hrung spielt die 
<b> Desinformation </b> eine wichtige Rolle. Der Propagandaminister von 
Hitler z.B. beherrschte die verbale Verf&uuml;hrungskunst. 
Bew&auml;hrte Regeln der Verf&uuml;hrungskunst aus dem 
dritten Reich sind auch modernen Demagogen nicht unbekannt:

<center>
<table cellpadding=10 bgcolor="#ffeeee">
<tr>
<td>
<ul>
<li> Volkst&uuml;mliche Sprache. <br> 
"Weil wir die Sprache des Volkes kannten, haben wir das 
Volk erobert. (Goebbels)"

<li> Wenig Grundbehauptungen. <br> 
"Was ist der dritte Stand? - Alles.  Was bedeutet er heute? - nichts. 
Was fordert er? - Etwas zu sein. (<a href="http://www.cx.unibe.ch/hist/schmidt/semester/ws0102/ProseminarFR/Sieyes.htm">Abb&eacute; Emmanuel Joseph Si&egrave;yes</a>)

<li> Geeignete Schlag - und Reizworte.  <br> 
"Ein guter Schlachtruf ist die halbe Schlacht" (Shaw)

<li> Grundbehauptungen unerm&uuml;dlich wiederholen. <br>
"Was man dem Volk drei Mal sagt, h&auml;lt es f&uuml;r wahr" (Kleist)

<li> &Uuml;bertreiben.  <br>
"Die durchschlagendste Wirkung beim Volk hat immer das Extreme."

<li> Verwischen der Grenze zwischen Wahrheit und L&uuml;ge. <br>  
"&Uuml;ber jede Sache kann man zwei Reden halten." (Protagons)

<li> Vernebeln. <br>
"Setzt Dich eine Frage in Verlegenheit, richte 
es so ein, dass Du nichts klar ausdr&uuml;ckst, sondern im 
Allgemeinen schwebst."  (Hamilton)

<li> Mit allen Mitteln das Ziel erreichen.  <br>
Hinterliste L&uuml;gen, Verleumdungen,  falsche Zitate

<li> Appellation ans Gef&uuml;hl.  <br> 
"Wenig geht durch das Tor des Geistes." (Pascal)
</ul> 

</td>
</tr>
</table>
</center>


</td></tr></table></center><br><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Woran ist Propaganda erkennbar?
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  

Die typischen Beeinflussungstechniken bei der Propaganda

<center>
<table cellpadding=10 bgcolor="#ffeeee">
<tr>
<td>
<ul> 
 <li> Vorteile &uuml;bertreiben
 <li> Nachteile verniedlichen, verschweigen (ausklammern)
 <li> Andere Meinungen &uuml;bergehen, zensieren
 <li> bewusst falsche Behauptungen aufstellen
 <li> Missverst&auml;ndnisse in Kauf nehmen
 <li> Pers&ouml;nlich werden
 <li> Quellenangabe vertuschen
 <li> Appell an Emotionen (Vorurteile)
 <li> Sachverhalte einseitig darstellen
 <li> Gegenseite verunglimpfen
</ul> 
</td>
</tr>
</table>
</center> 

Instabilit&auml;t und Unsicherheit sind g&uuml;nstige 
Voraussetzungen, nachhaltig zu beeinflussen
Jeder Mensch sucht bei Phasen der Unsicherheit 
Stabilit&auml;t. Wer dieses
Ph&auml;nomen kennt, nutzt destabilisierte Situationen, 
indem er seine Beeinflussungsbotschaft mit einem Prinzip 
des Bew&auml;hrten koppelt. <br>  <br>

Systemver&auml;nderer nutzten labile Situationen der 
Orientierungslosigkeit. Weltverbesserer m&uuml;ssten gleichsam 
destabilisieren, bevor sie beeinflussen. <br> 

Rattenf&auml;nger verstanden und verstehen es immer wieder, 
in Zeiten der Not ihre Heilslehre zu verk&uuml;nden! Denn die 
Beeinflussung gelingt nach einer Destabilisierung am besten. 
In den schlimmeren Zeiten der Rezession und Arbeitslosigkeit 
haben angebliche Retter mit einfachen Rezepten Hochkonjunktur. 
Vor dem zweiten Weltkrieg verstand es Hitler, die Krisensituation 
als N&auml;hrboden seiner Heilslehre zu nutzen. Er versprach
Arbeit, Brot und Stabilit&auml;t (Ruhe und Ordnung). Die 
Beeinflussung der Massen gelang nachhaltig. <br>

Psychologen, die bei Firmen wichtige Neuerungen 
einf&uuml;hren wollen, wenden ebenfalls die Destabilisierungstheorie 
an. Bevor die Neuerungen eingef&uuml;hrt werden, muss der ganze Betrieb 
destabilisiert werden (neues Logo, neue R&auml;umlichkeiten, neue 
Strukturen usw.). Dank der gezielten Destabilisierung ist es dann 
leicht, die Belegschaft so zu beeinflussen, dass die stabilen 
Neuerungen akzeptiert werden. Wenn eine Meinung von einer (angeblichen) 
Mehrheit getragen wird, &uuml;berzeugt sie.  <br> 

Wer beeinflussen will, tut gut daran, seine Aussage so 
zu verkaufen, als ob die Mehrheit damit einverstanden sei. Zum 
Beispiel mit gezielter Leserbriefauswahl - oder entsprechendem 
Bildmaterial. <br> 

Bei eigenen Veranstaltungen k&ouml;nnen Claqueure organisiert werden
(Lachmaschinen bei Filmen, Publikumsauswahl bei elektronischen Medien).
Bei der Bilderauswahl k&ouml;nnten bevorzugte Anl&auml;sse so 
wiedergegeben werden, dass der Betrachter das Gef&uuml;hl hat, die 
Veranstaltung sei von der Masse getragen. Bei unerw&uuml;nschten 
Veranstaltungen hingegen, k&ouml;nnten die Mitl&auml;ufer eher 
unterschlagen werden (mit entsprechendem Blickwinkel). Die Angst, 
mit seiner Meinung allein dazustehen Lind zum Aussenseiter zu
werden, ist gr&ouml;sser, als die eigene Ueberzeugung oder 
der Wunsch nach Wahrheit. Wer in der Minderheit ist, tendiert eher zum 
Schweigen.
</td></tr></table></center><br><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Mehrheitsmeinung
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Wenn eine Meinung mehrfach unwidersprochen angeh&ouml;rt wurde, glaubt 
man sie, auch wenn sie nicht einleuchtet. Wenn viele einer Meinung sind, 
stellt man lieber seine eigene zur&uuml;ck! Wer es versteht, eine 
Minderheitsmeinung als Mehrheitsmeinung darzustellen, der k&ouml;nnte 
letztlich eine Minderheitsmeinung in eine Mehrheitsmeinung umfunktionieren.

<center>
<table width=50% bgcolor="#eeffee" cellpadding=10>
<tr>
<td>
Ein Schauspieler las Namen aus dem Hamburger Telefonbuch vor. Die
Aufzeichnung wurde zwei Versuchsgruppen &uuml;ber einen Monitor 
vorgef&uuml;hrt. Die eine Gruppe h&ouml;rte sich die Darbietung in der 
Form, wie sie aufgezeichnet wurde, in ziemlicher Ratlosigkeit an. 
Auch der anderen Versuchsgruppe wurde die Aufzeichnung vorgespielt, 
aber mit einer unterlegten Lach- und Beifallskulisse, die von einer 
elektronischen Lachmaschine produziert wurde. Diese Versuchsgruppe 
lachte mit, und zwar, wie gesagt, &uuml;ber den Vortrag aus dem Hamburger 
Telefonbuch! 
</td>
</tr>
</table>
</center> 

Nicht nur die Mehrheit beeinflusst unschl&uuml;ssige Denker 
(da jeder bei den Siegern sein m&ouml;chte), auch Gruppen beeinflussen 
Individuen. Welche Rolle ein Jugendlicher einnimmt, wird weitgehend von 
der Gruppe bestimmt. Auch Massen (bei Grossveranstaltungen und 
Demonstrationen) wirken beeinflussend auf den Einzelnen. Das Gros,
d.h. die gesellschaftlichen Umst&auml;nde, pr&auml;gen das 
Verhalten der Einzelpersonen. So wie die sozialen Faktoren der Gruppe 
Einfluss aus&uuml;ben auf Normen (Kleider, Sprache, Musikgeschmack 
usw.), kann die Abh&auml;ngigkeit von der Gruppe auch bei 
Massenveranstaltungen zu unbegreiflichen Nachahmungsritualen f&uuml;hren...
<br> 

Sektenmitglieder gingen in Jonestown gemeinsam mit der Gruppe in den
Tod. Nicht nur diese bekannte Trag&ouml;die veranschaulicht 
das gedankenlose Einwilligen in ein sinnloses Geschehen. <br> 


Politiker, Agitatoren und Bandmanager wissen die 
Massenph&auml;nomene geschickt zu nutzen. Um Massen zu beeinflussen, 
gab es nicht nur die bekannten <b> Claqueure </b>. Es gab fr&uuml;her auch 
<b> Pleureusen </b>. (die auf Kommando schluchzten) oder 
<b> Bisseurs </b> (die bis d.h. 
Wiederholungen herbeiriefen und "encore" schrien.

Als Vorl&auml;ufer der Lachkonserven (Film, TV, Radio) gab es auch den 
<b> Rieur </b> (der wegen des ansteckenden Lachens angestellt wurde).  Bezahlt 
wurde fr&uuml;her nach offiziellen Ans&auml;tzen, pro Applaus
oder pro Zwischenruf. Die Manipulatoren im Publikum werden auch b&ouml;sartig 
"das Klatschvieh" genannt. <br>

Auch heute werden Massen mit angeblich ungestellten 
Interviews oder mit gezielt aufgebotenen Zuschauergruppen beeinflusst. 
Die Beeinflussung erfolgt lediglich weniger plump. Leute, die Vertrauen
ausstrahlen, wirken beeinflussender. Sie &uuml;berzeugen 
nachhaltiger. Anerkannte Schauspieler, K&uuml;nstler, Filmstars, Dichter, 
bekannte Aerzte und unumstrittene Denker d.h. Menschen, denen wir positive 
Gef&uuml;hle entgegen bringen, haben eine besonders starke
Einflussgr&ouml;sse.  Dieses Ph&auml;nomen wird bei der Werbung und bei 
Abstimmungskampagnen genutzt.
</td></tr></table></center><br><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Positive Gef&uuml;hle
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Wenn jemand positive Gef&uuml;hle auf sich zieht, &uuml;bernehmen 
wir dessen Meinung leichter. Diese Person beeinflusst uns besonders 
stark. Experten beeinflussen leichter (Expertengl&auml;ubigkeit). 
Mit der Milgram Studie (Stanley Milgram 1965: Im Film "Obedience". 
Pensilvenia University) bewies der Wissenschaftler Milgram, 
wie leichtgl&auml;ubig und gehorsam Menschen gegen&uuml;ber 
angeblichen Experten sind:

<center>
<table width=50% cellpadding=10 bgcolor="#eeffee"> 
<tr>
<td>
Personen wurden von angeblichen Experten aufgefordert, f&uuml;r ein 
wichtiges wissenschaftliches Experiment den Versuchspersonen 
Elektroschocks zu verabreichen. Es war eine erstaunliche 
Bereitschaft vorhanden, nur aufgrund der Anordnung einer Autorit&auml;t 
fast alles zu tun. 
</td>
</tr>
</table>
</center> 


Vielleicht hat der Mensch ein anerworbenes 
Gehorsamkeitsbed&uuml;rfnis.  
Vielleicht deshalb weil wir die Annehmlichkeiten des 
automatischen Gehorsams erleben, f&auml;llt es uns recht leicht, 
mechanisch zu gehorchen. <br>

Die Werbung hat sich dieses Beeinflussungsph&auml;nomen der
Expertengl&auml;ubigkeit zunutze gemacht. Pseudo-Aerzte, 
Pseudo-Krankenschwestern, Richter, die von Schauspielern imitiert
weren, werben erfolgreich f&uuml;r Produkte. Die Rechnung geht auf: Wir 
lassen uns immer wieder von gespielten Autorit&auml;ten beeinflussen.
</td></tr></table></center><br><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Zum Beeinflussungsfaktor Angst
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Im Alltag dominieren drei typische Angstvorstellungen. Mit diesen
Angstbildern lassen sich Verhaltens&auml;nderungen beeinflussen:

<ol> 
<li>  Wir k&ouml;nnten Erworbenes verlieren <br>

Beispiele: Drogenh&auml;ndier schaffen mit dieser Angst Abh&auml;ngigkeit.
Folge: Der Betroffene opfert alles, um das Erworbene behalten 
zu k&ouml;nnen. Aus Angst, den Job zu verlieren, lassen wir uns 
einspannen. Damit wir den Partner nicht verlieren, wird das Handeln 
angepasst. 

<li>  Die Angst vor Ungewissem <br>

Beispiel: Lebensversicherungen profitieren von dieser Angst.
Da die Zukunft ungewiss ist, sind wir bereit, das Gewissen zu 
beruhigen. 

<li> Angst vor der Realit&auml;t <br> 

Beispiel: Der Gedanke: "Ich k&ouml;nnte mich l&auml;cherlich machen, wenn ich 
versage",  &auml;ngstigt.  Zwischen Wunschvorstellungen und 
Realit&auml;t klafft eine Diskrepanz. 
</ol> 

Gibt es hilfreiche Abwehrstrategien, die bei 
Beeinflussungsversuchen via Angstmache anwendbar sind?

<ul>
<li> Stehen wir zur Realit&auml;t (Situation akzeptieren lernen)
<li> Sich mit den eigenen Aengsten konkret auseinandersetzen
<li> Warnsignale beachten: Wovor habe ich Angst? Was passiert,
     wenn &Auml;ngste auftreten? Will ich ein Risiko eingehen?
<li> Sich nicht von ungewissen Gef&uuml;hlen vereinnahmen lassen.
<li> Sich klar entscheiden. Was soll ich tun?
</ul> 

</td></tr></table></center><br><br>

<center><table border=0 width=100% cellpadding=5 bgcolor="#eeeeff"><tr><td align=center><font size=5>        
Zur Manipulation
</font></td>
</tr>
</table></center>
<br>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Manipulation ist ein uraltes Mittel der Beeinflussung. Sie wurde 
seit je von allen Kulturen bis zum heutigen Tag angewendet. <br>

Bei der Manipulation geht es um bewusste oder unbewusste
Lenkung. Manipulierte Darstellungen basieren auf eigenen 
Zielvorstellungen. Es passiert nicht nur Politikern oder 
Journalisten, dass Informationen verf&auml;schte, ausw&auml;hlt, 
verschwiegen oder nur einseitig weitergegeben werden. <br>

Zur Manipulation und Beeinflussung geh&ouml;rt aber 
auch der Adressat, der durch Kenntnis der Manipulationstechniken und 
Sch&auml;rfen seiner Kritikf&auml;higkeit viel dazu beitragen 
kann, nicht manipuliert zu werden. <br> 

<br><br>
<center>
<table width=60% bgcolor="#ccccff" cellpadding=10>
<tr>
<td>             
Je besser der Mensch &uuml;ber die Beeinflussung zum Beispiel 
durch die Medien Bescheid weiss, um so eher kann er ihr widerstehen. 
Wer Manipulations und Beeinflussungstechniken erkennen und 
benennen kann, kann daf&uuml;r sorgen, dass er ihr nicht 
zum Opfer f&auml;llt. Prozessorientierte &Uuml;bungen k&ouml;nnen helfen, 
sich situationsgerecht zu verhalten, wenn manipulative Beeinflussungen  
im zwischenmenschlichen Bereich auftauchen. 
</td>
</tr>
</table>
</center> 
<br>
<br>


<br><br><center><table bgcolor="#eeffee" border=0 cellpadding=10 width="80%"><tr><td>
<td>
<b> Weblinks: </b>

<ul>
<li> Verschiedenste Schulbeispiele von Propaganda k&ouml;nnen auf einer
<a href ="http://www.calvin.edu/academic/cas/gpa/">
Seite des Calvin Colleges </a> gefunden werden.  <br>
<li> Weiteres Material in Englisch ist auf der  
<a href="http://carmen.artsci.washington.edu/propaganda/contents.htm"> 
Propaganda homepage </a> des Instituts f&uuml;r Propaganda Analysis.
<li> Eine gute Sammlung von Propagandabeispielen ist auf der Webseite
auf <a href="http://www.disinfopedia.org"> www.disinfopedia.org</a> 
zu finden. 
</ul>
</td>
</td>
</tr>
</table>
</center>      
<br>
</td></tr></table></center><br><br>

<br><br><center><table width=70% cellpadding=10 border=0 bgcolor="#ffffcc"><tr><td>

Mit prozessorientierten &Uuml;bungen bei <a href="http://www.knill.com">
K-K </a> werden Sie bef&auml;higt, Beeinflussungsmechanismen nicht nur
zu erkennen. Sie lernen, allf&auml;lligen
subtilen, unredlichen Manipulationstechniken
situationsgerecht zu begegnen. 
</td></tr></table></center>
<br>


<center>
September, 2005
</center>

<center><table width="90%"><tr valign="top"><td>  
Dieser Beitrag wurde 1992 geschrieben und ist seit 2005 hier online. 
Inzwischen kann man im Internet ein F&uuml;lle von Artikeln und B&uuml;cher
zum Thema finden. Wer diese Beitr&auml;ge, Aufs&auml;tze und B&uuml;cher &uuml;berfliegt,
wird feststellen, dass "alten" Erkenntnisse -Ich hatte sie im Studium 
und bei Weiterbildungsseminaren erworben - nach wie vor aktuell bleiben
und dass in diesem Bereich der angewandten Psychologie das Rad nicht neu erfoden werden kann.
Hier sind ein paar neue Links, die es 2005 noch nicht oder noch nicht
in der jetzigen Ausf&uuml;hrlichkeit gab:

<ul>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Medienmanipulation"> Wikipedia Medienmanipulation </a>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda">Wikipedia Propaganda Seit</a>
</ul>
</td></tr></table></center><br><br>


<br><br>
<br><br><center><table bgcolor="#eeeeee" cellpadding=5 border=0 cellspacing=3 width=100%><tr>
<th><a href="http://www.rhetorik.ch">Rhetorik.ch</a></th>       
<th>1998-2013 &copy; <a href="http://www.knill.com"> K-K </a>, 
Weblinks sind erw&uuml;nscht. <br> Bei Weiterverwendung ist Autoren- und Quellenangabe erforderlich. 
<a href="../Feedback/Feedback.html">Feedback?</a> 
</th><th><a href="http://www.knill.com">Knill.com</a></th></tr></table></center>           


</body>
</html>